Alarmstufe Glatteis: Winter-Streudienst in Luxemburg

23. Februar 2026
Liebe Lehrpersonen,

Ein Arbeitsblatt zu diesem Artikel finden Sie hier.

Weiteres begleitendes Unterrichtsmaterial zu anderen Artikeln wie zum Beispiel ein Quiz, ein Kreuzworträtsel oder eine Wortsuche finden Sie zu jeder Zeit auf www.piwitsch.lu/ab. Das Zeichen links verweist in der Druck-Ausgabe des Piwitsch auf Arbeitsblätter und Arbeitsaufträge, die Sie jederzeit dort als PDF-Download aufrufen können.

Wenn du nachts noch tief schläfst, treten die Frauen und Männer vom Streudienst in Aktion. Sie fahren mit großen Fahrzeugen los, wenn es draußen kalt und dunkel ist. Sie räumen Schnee von der Straße und streuen Salz. So sind Autos, Busse und Lastwagen am Morgen sicherer unterwegs – und natürlich die Menschen, die darin sitzen!

Im Winter kann dichter Schnee fallen, und manchmal bildet sich unsichtbares Eis. Fahren wird dann schwierig und gefährlich. Einfach zu Hause bleiben geht natürlich nicht. Viele Menschen müssen früh zur Arbeit fahren und viele Schülerinnen und Schüler zur Schule.

Die Autobahn wird gesalzt. Foto: PCH

In Luxemburg teilen sich mehrere Stellen die Aufgabe, die Straßen sicher zu halten. Die Straßenbauverwaltung, die auch „Ponts et Chaussées“ heißt, kümmert sich um die staatlichen Straßen. Dazu gehören Autobahnen, Nationalstraßen und „Chemin repris“ (CR). Du erkennst die Art von Straße an der Abkürzung: „A“ steht für die Autobahnen, „N“ für die Nationalstraßen und CR für die anderen Straßen, um die sich der Staat kümmert. Die Ponts et Chaussées sind zuständig für ein Straßennetz von ungefähr 3.000 Kilometern. Die einzelnen Gemeinden kümmern sich dann noch um die Straßen im Ort. Sie räumen und streuen oft auch Plätze, Bushaltestellen sowie manche Geh- und Radwege.

So bereiten sich die Teams vor

Vor dem Ernstfall wird das Material getestet. Foto: PCH

Der Winterdienst wartet nicht auf den ersten Schnee. Die Teams der Ponts et Chaussées überprüfen ihre Fahrzeuge und Geräte schon vorher. Sie machen auch Testfahrten, damit Streuer und Schneepflüge sicher funktionieren. Solche Tests finden Ende November statt.

Außerdem werden die Salzlager wieder aufgefüllt. 20.000 Tonnen Salz liegen am Anfang der Saison in großen Hallen parat. In einem durchschnittlichen Winter werden in Luxemburg ungefähr 17.000 Tonnen Salz gestreut. Es können mehr oder weniger sein, je nach Wetter. Die Reserve wird nachgefüllt, falls der Winter länger dauert.

Wann geht es los?

Glatteis entsteht nicht nur bei Schnee, sondern auch bei feuchter Luft und sinkenden Temperaturen. Deshalb schauen die Männer und Frauen vom Winterdienst nicht nur auf eine Zahl im Wetterbericht. Sie achten auf Feuchtigkeit, Niederschlag und die Temperatur der Straße.

Oft startet der Winterdienst schon mitten in der Nacht. Foto: Shutterstock / Tricky Shark

Wenn Gefahr droht, starten Einsätze oft mitten in der Nacht. Rund 300 Fahrzeuge und 400 Personen stehen für den Ernstfall bereit. Die Streufahrzeuge fahren zwischen zwei und vier Uhr los. Sie versuchen, die wichtigsten Strecken freizubekommen, bevor am Morgen viele Menschen unterwegs sind. Bei Schneefall oder extremer Glätte wird auch tagsüber gefahren.

Angefangen wird auf Autobahnen und anderen Hauptstraßen. Danach folgen weitere wichtige staatliche Straßen. Wenn es stark schneit oder wenn es ständig weiter friert, dann brauchen die Teams Zeit. Niemand kann garantieren, dass jede Straße immer sofort perfekt frei ist.

Beim Streuen gilt: Die Teams streuen so viel wie nötig, aber zugleich so wenig wie möglich. Moderne Streufahrzeuge können die Menge genau einstellen.

Das Salzlager in Bartringen ist prall gefüllt. Foto: PCH

Es wird nicht nur trockenes Salz eingesetzt. Das Salz wird oft mit Salzlauge, also mit Salzwasser, vermischt. Salzlauge haftet gut am Asphalt. Sie wirkt oft schneller, weil sie sich sofort verteilt. Die Reifen der Fahrzeuge drücken die Lauge zusätzlich in die Oberfläche.

Warum hilft Salz?

Salz bringt Schnee und Eis zu Schmelzen. Foto: Shutterstock / DimaBerlin

Salz verändert das Verhalten von Wasser: Es sorgt dafür, dass das Wasser nicht so schnell gefriert. Wenn Salz auf Eis oder Schnee trifft, entsteht eine salzige Mischung. Diese Mischung schmilzt Eis an und verhindert oft neues Gefrieren. Die Straße ist dann also noch nass, aber nicht mehr so glatt. Salz ist aber kein Wundermittel. Bei sehr kalter Fahrbahn kann selbst Salzlauge wieder gefrieren. Dann müssen die Teams anders planen, und öfter nachstreuen oder räumen.

Gibt es Alternativen zum Salz?

Viele Menschen wünschen sich, dass im Winter weniger Salz gestreut wird. Salz kann Pflanzen, Böden und Gewässer belasten. Es gibt tatsächlich andere Methoden: Sand oder Splitt können rutschige Stellen zwar rauer machen, aber diese Stoffe schmelzen kein Eis. Splitt kann außerdem später in Abflüsse geraten und die Abwasserkanäle verstopfen. Deshalb bleibt Salz auf den meisten Straßen das wichtigste Mittel. Trotzdem versuchen die Teams, Salz zu sparen. Sie streuen gezielt, sie messen genau, und sie nutzen häufiger Salzlauge.