Astrologie und Sternzeichen: Blick in die Zukunft?
11. Februar 2026Kennst du dein Sternzeichen? Hast du schon einmal dein Horoskop in einer Zeitung gelesen? Die kurzen Texte versprechen einen Blick in die Zukunft. Sie wollen dir verraten, wie deine kommende Woche oder sogar dein ganzes Jahr verlaufen wird. Kann das Horoskop so etwas überhaupt wissen? Oder ist das alles nur Quatsch und Humbug?
Besonders wenn die Zukunft unsicher scheint, suchen viele Menschen Halt im Glauben. Woran sie genau glauben, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Man kann an einen Gott glauben, oder an mehrere Götter, oder an das Gute im Menschen. Aber auch die Astrologie steht hoch im Kurs. Viele halten sie für reinen Hokuspokus, andere richten ihr ganzes Leben nach Horoskopen. Eine neue Mode ist das nicht. Die Wurzeln der Astrologie reichen weit zurück in die Geschichte. Sie hatte vor langer Zeit sogar ein bisschen mit Wissenschaft zu tun.
Auch wenn sich die Astrologie mit Planeten, Sternen und Monden beschäftigt, solltest du Astrologie nicht mit Astronomie verwechseln. Astronomie ist eine Wissenschaft, die das Universum, Sterne und Planeten erforscht. In der Astrologie wird angenommen, dass Sterne das Schicksal der Menschen beeinflussen können. Das kann man glauben, aber nicht beweisen. Astrologie ist keine Wissenschaft!
Die Geschichte der Astrologie beginnt in Mesopotamien, einem Land, das es heute nicht mehr gibt. Auf dem Gebiet findet man heute den Irak sowie den Nordosten Syriens und Teile der heutigen Türkei und des Iran. Diese Region heißt heute Naher Osten.

Sterne: Die Wetter-App der Antike
Die Bewohner und Bewohnerinnen von Mesopotamien begannen bereits 3.000 vor Christus, Naturphänomene als Zeichen der Götter und Göttinnen anzusehen. Ein Sturm oder ein Komet am Himmel wurden als Omen gedeutet. Ein Omen ist etwas, was man als Zeichen für ein Ereignis in der Zukunft interpretiert. Die Menschen dachten, dass die Götter über solche Phänomene am Himmel mit ihnen sprechen würden, zum Beispiel, um sie zu warnen. Deswegen hielten sie den Himmel immer im Blick, für den Fall, dass ein solches Zeichen dort auftauchte. Allerdings galten diese Zeichen dann immer als Voraussagung für das gesamte Land und nicht für einen einzelnen Menschen.
Ein weiterer Grund, weswegen ihr Blick nach oben ging, waren der Mond und die Sterne. Denn je nach Jahreszeit sieht man sie woanders am Himmel. Mit Hilfe der wechselnden Sternbilder wurden damals die Jahreszeiten bestimmt. Der Blick in den Himmel half zum Beispiel dabei, religiöse Feste festzulegen. Die Bauern bestimmten mit diesem Sternkalender den perfekten Zeitpunkt für die Aussaat auf den Feldern.
Gut zu wissen: Die Menschen orientierten sich an auffälligen Mustern von Sternen. In den leuchtenden Punkten erkannten sie mit viel Fantasie Tiere, Gegenstände oder Götter. So entstanden die Sternbilder. Eines der bekanntesten ist der Große Wagen. Das Sternbild wird auch Großer Bär genannt. Du kannst es das ganze Jahr über sehen. Zum Sternbild des Kleinen Wagens (oder Kleinen Bären) gehört der Polarstern, der hellste Stern am Himmel. Er zeigt zuverlässig an, wo Norden ist, und war deswegen ein wichtiger Helfer für Reisende.

Muster am Sternenhimmel
Durch solche Beobachtungen des Nachthimmels entstand der erste Kalender. Die Menschen in Ägypten stellten fest, dass immer zur gleichen Zeit im Jahr der Fluss Nil über die Ufer trat, und zwar immer nur dann, wenn ein bestimmter Stern auftauchte. Das passierte alle 365 Tage. Sie legten fest, dass ein Jahr 365 Tage hat.
Während in Mesopotamien Voraussagungen für das ganze Land erstellt wurden, interessierten sich die Menschen in Griechenland eher für persönliche Deutungen. So entstanden die ersten Horoskope, also Voraussagungen für einzelne Menschen.
Alles erlogen und erstunken?
In der griechischen Antike ließen viele Eltern gegen Bezahlung Geburtshoroskope für ihre Kinder erstellen. Ein Geburtshoroskop geht von einer Momentaufnahme des Himmels zum exakten Zeitpunkt der Geburt aus. Je nach Sternzeichen werden Persönlichkeit, Stärken und Schwächen definiert, die das Kind später im Leben haben soll.
Gut zu wissen: Aberglaube – Was ist Pech und was ist Glück?
Manche Menschen glauben, eine Katze, die von links über die Straße läuft, bringe Unglück. Auch wenn ein Spiegel zerbricht, denken manche Menschen, das sei ein schlechtes Zeichen. In manchen Hotels oder Wolkenkratzern gibt es keinen 13. Stock, weil einige Menschen diese Zahl mit Unglück verbinden. Die Angst vor Freitag, dem 13. hat sogar einen eigenen Namen: Sie wird Paraskavedekatriaphobie genannt.Gleichzeitig sollen Schornsteinfeger oder vierblättrige Kleeblätter Glück bringen. Das ist natürlich Unsinn. Solche Vorstellungen nennt man Aberglauben. Nicht alle Länder haben den gleichen Aberglauben. In Italien soll man zu besonderen Ereignissen nichts Violettes tragen, das bringt Unglück.
In Deutschland bringt es Glück, dreimal auf Holz zu klopfen. Das kommt noch aus der Zeit des Bergbaus oder der Schifffahrt: So wurde die Qualität des Holzes getestet. Klang das Klopfen hell, war es in einem guten Zustand. Kam ein dunkler Ton, war das Holz morsch und nicht stabil.Warum glauben dann so viele Menschen an Omen? – Auch wenn Menschen logisch denken können, suchen sie manchmal nach einfachen Erklärungen für Dinge, die schwer zu verstehen sind. Astrologie wird oft als eine Form des Aberglaubens betrachtet. Dazu zählen zum Beispiel auch das Kartenlegen, Bleigießen zu Silvester oder das Deuten von Handlinien. Solche Bräuche versuchen, etwas über die Zukunft oder das Schicksal von Menschen zu erzählen. Man kann sie aber auch benutzen, um Menschen Angst vor der Zukunft einzujagen. Kein Wunder, dass die Astrologie im Lauf der Jahrhunderte mehr und mehr kritisiert wurde.
Es entstand ein tiefer Graben zwischen Astrologie und Astronomie. Während die Astronomie die Sterne wissenschaftlich erforscht, nutzten manche Astrologen oder Astrologinnen das Vertrauen gutgläubiger Menschen aus. Mit frei erfundenen Horoskopen versprachen sie Glück und Erfolg – und zogen den Menschen dabei das Geld aus der Tasche.
Was aber, wenn das Horoskop in der Zeitung tatsächlich stimmt? Viele Menschen haben dieses Gefühl. In den kurzen Texten lesen sie über Liebe, interessante Begegnungen, wichtige Entscheidungen, Erfolg oder eine Pechsträhne in der nächsten Woche. Da denken sich einige: „Verrückt! Das passt ja wie die Faust aufs Auge!“
Dabei sind Aussagen wie „Das Glück ist diese Woche auf deiner Seite“ oder „Gehen Sie diese Woche etwas ruhiger an“ so allgemein formuliert, dass sie eben auf viele Menschen gleichzeitig zutreffen. Daran zu glauben schadet meistens niemandem, aber allzu ernst sollte man die kleinen Texte dann doch nicht nehmen.

