Blut spenden: Ein wertvolles Geschenk
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Es geht nicht ohne Blut!
Dein Körper braucht Blut, damit er leben kann. Blut ist wie ein roter Fluss, der durch deine Adern fließt. Es bringt Sauerstoff von der Lunge zu den Muskeln, Nährstoffe aus dem Essen zu den Organen und Abwehrstoffe dorthin, wo Keime bekämpft werden müssen. Wenn du dich verletzt, verschließen winzige Blutplättchen die Wunde. Ohne Blut würde im Körper nichts funktionieren.
Manchmal verlieren Menschen viel Blut – zum Beispiel bei Unfällen, bei Operationen oder bei manchen Krankheiten. Dann brauchen sie neues Blut. Blut kann man nicht künstlich herstellen, es kann nur gespendet werden. Dazu braucht es Menschen, die Blut spenden wollen.

Wer darf Blut spenden?
In Luxemburg dürfen nur Erwachsene Blut spenden. Sie müssen über 50 Kilo wiegen und bei guter Gesundheit sein. Vor jeder Spende prüft ein Arzt, eine Ärztin, eine Krankenpflegerin oder ein Krankenpfleger, ob der Spender oder die Spenderin geeignet ist. Kinder und Jugendliche dürfen nicht spenden, weil sie einfach nicht so viel Blut haben wie Erwachsene. Außerdem braucht ihr Körper das Blut mehr, weil sie noch wachsen.
Auch Erwachsene dürfen manchmal nicht spenden: wenn sie kürzlich Medikamente eingenommen haben, operiert wurden oder in bestimmte Regionen gereist sind. In Luxemburg wird vor jeder Spende ein medizinischer Fragebogen ausgefüllt. Der ist sehr genau und mehrere Seiten lang. Man wird zum Beispiel nach früheren Krankheiten nd nach Allergien gefragt, aber auch nach Gewohnheiten beim Essen. Danach folgt ein Gespräch mit medizinischem Personal. Es geht darum, dass nachher alle sicher sagen können: Der Spender oder die Spenderin ist gesund! Wer am Ende das Blut bekommt, soll ja nicht noch kränker werden.

„Wir verlassen uns darauf, dass Spenderinnen und Spender ehrlich sind“, sagt Dr. Andrée Heinricy. „Nur dann ist die Spende für den Empfänger ungefährlich.“
Wie läuft eine Blutspende ab?
Wer Blut spenden möchte, kommt zunächst ins Transfusionszentrum oder zu einer Sammelstelle an verschiedenen Orten im Land. Dort füllt man den Fragebogen aus und spricht mit dem medizinischen Team. Wenn alles in Ordnung ist, wird eine sterile Nadel gesetzt – wie bei einer Blutentnahme. An der Nadel ist ein dünner Schlauch. Es wird etwa ein halber Liter Blut entnommen. Man liegt dazu in einem bequemen Stuhl. Das Ganze dauert ungefähr zehn Minuten. Danach bekommt der Spender oder die Spenderin etwas zu trinken und zu essen.

Vor der Spende wird etwas Blut entnommen, ins Labor gebracht und dort untersucht. Es wird geprüft, ob wirklich keine Krankheitserreger enthalten sind. Das gespendete Blut wird danach aufgeteilt – rote Blutkörperchen, Plasma und Blutplättchen.
„Wir testen jede Blutkonserve sorgfältig, aber wir können nicht auf alles testen“, erklärt Dr. Andrée Heinricy. „ Deshalb sind die Angaben der Spenderinnen und Spender so wichtig.“
Bluttransfusionen bei Tieren

Auch Tiere können Bluttransfusionen bekommen. In Luxemburg gibt es Tierarztpraxen, die Blutspenden für Hunde und Katzen organisieren. So wie beim Menschen werden die Spendertiere vorher untersucht und ihr Blut getestet. Das gespendete Blut hilft Tieren, die einen Unfall hatten, die an schweren Krankheiten leiden oder die bei Operationen viel Blut verlieren.
Blutspende oder Plasmaspende – was ist der Unterschied?
Bei einer normalen Blutspende gibt man das ganze Blut ab – also die rote Flüssigkeit, die du vom Nasenbluten und so weiter kennst. Später trennt das Labor das Blut in rote Blutkörperchen, Plasma und Blutplättchen.
Bei einer Plasmaspende wird nur das Plasma entnommen. Das Gerät trennt das Plasma heraus und gibt die restlichen Bestandteile – rote Blutkörperchen und Plättchen – zurück in den Körper. Das dauert länger als eine normale Spende. Das Plasma wird tiefgefroren gelagert und ist mehrere Monate haltbar. Rote Blutkörperchen dagegen sind im Kühlschrank etwa 42 Tage haltbar, Blutplättchen nur sieben Tage bei etwa 20 Grad.
Für eine Blut- oder Plasmaspende bekommt man in Luxemburg kein Geld. Man spendet Blut, weil man anderen Menschen helfen will. So wird auch niemand verleitet, über seinen Gesundheitszustand zu lügen.

Wo kann man Blut spenden?
In Luxemburg ist das wichtigste Zentrum das Centre de Transfusion Sanguine in Luxemburg-Stadt. Außerdem organisiert das Rote Kreuz Sammelstellen in verschiedenen Gemeinden, etwa in Ettelbruck, Wiltz, Echternach oder Belval. So können auch Menschen leicht mitmachen, die nicht in der Hauptstadt wohnen.
Blutgruppen und die Verteilung in Luxemburg
Die Blutgruppen heißen A, B, AB und 0. Manche sind seltener, andere häufiger. Der Körper akzeptiert fremdes Blut nur, wenn es aus der eigenen Gruppe kommt. Mit einer Ausnahme: Blut aus der Blutgruppe 0 negativ kann jedem Menschen gegeben werden, zum Beispiel in Notfällen.
In Luxemburg sind nur etwa drei von hundert Menschen Blutspenderinnen oder Blutspender. Das ist leider zu wenig. Deshalb muss das Rote Kreuz regelmäßig Aufrufe starten, damit genug Spenden zusammenkommen.
Damit die Krankenhäuser gut versorgt sind, benötigt die Blutbank in Luxemburg jeden Tag 100 bis 120 Spenderinnen und Spender. Wenn weniger Spenden eingehen, kann in Notsituationen vielleicht nicht schnell genug geholfen werden.
Blutspenden retten Leben
Dr. Andrée Heinricy, Ärztin im Luxemburger Transfusionszentrum, betont: „Wir benötigen eine stabile und verlässliche Reserve, damit Notfälle jederzeit versorgt werden können.“ Sie erklärt auch: „Nur mit regelmäßig gespendetem Blut können wir sicherstellen, dass jeder, der im Krankenhaus dringend Blut braucht, dieses Blut auch bekommt.“
Interview:
Anny Schneider hat über 100 Mal Blut gespendet!

Frau Schneider, wann haben Sie angefangen, Blut zu spenden?
Ich habe Ende der 1970er Jahre mit dem Blutspenden begonnen, gleich nach meinem Studium zur Krankenschwester. Während meiner Ausbildung habe ich gesehen, wie wichtig Blutspenden für Patientinnen und Patienten sind. Für mich war sofort klar: Wenn ich helfen kann, dann tue ich das auch.
Bis heute haben Sie schon über hundert Mal gespendet. Was motiviert Sie?
Es ist für mich eine Selbstverständlichkeit geworden. Jedes Mal, wenn ich spende, weiß ich, dass mein Blut anderen Menschen das Leben retten kann. Das ist ein gutes Gefühl. Ich sehe es als meinen kleinen Beitrag für die Allgemeinheit. Dass ich heute meine 102. Spende abgegeben habe, macht mich ein wenig stolz – aber wichtiger ist, dass jemand anderes davon profitiert.
Was würden Sie Menschen sagen, die vielleicht noch unsicher sind, ob sie spenden sollen?
Ich würde ihnen sagen: Traut euch! Eine Spende dauert nicht lange, und es tut nicht weh. Man wird gut betreut, man merkt kaum etwas und man kann mit wenig Einsatz enorm viel bewirken. Jede Spende zählt!
