Das wertvolle Öl in Venezuela
14. Januar 2026Erdöl ist ein wichtiger Rohstoff. Er wird zum Beispiel für Benzin, Strom oder Plastik gebraucht. Große Firmen holen das Öl aus der Erde und verkaufen es weiter. Weil Erdöl im Alltag so wichtig ist, kann man damit viel Geld verdienen.
In keinem Land der Welt gibt es so viel Öl wie in Venezuela. Damit hat das Land in Südamerika einen wertvollen Bodenschatz, aber auch ein Problem: Manche Länder sind neidisch auf diesen Schatz.
Was ist Erdöl?
Erdöl ist eine dickflüssige schwarze Flüssigkeit. Es entsteht tief in der Erde aus den Überresten von Lebewesen. Der Großteil des Erdöls entstand, als noch Dinosaurier lebten. Auch heute entsteht noch Erdöl, allerdings viel weniger als wir täglich brauchen. Mit Maschinen kann man es aus der Erde nehmen. Der Umgang mit Erdöl ist gefährlich. Es enthält giftige Stoffe. Diese schaden der Haut, den Augen und den Lungen. Deshalb dürfen nur Fachleute mit spezieller Schutzkleidung mit Erdöl arbeiten.

Venezuela ist ein Land in Südamerika. Kolumbien, Brasilien und Guyana sind seine Nachbarländer. Im Norden hat es eine Küste am Atlantik und dem karibischen Meer. Die Hauptstadt heißt Caracas. Es leben knapp 30 Millionen Menschen in Venezuela.
Viele von ihnen sprechen Spanisch; es gibt aber auch viele Sprachen der indigenen Völker. Venezuela hat eine große Landesfläche; es ist 350-mal größer als Luxemburg! Eine bekannte Attraktion in Venezuela sind die Angel Falls, der höchste Wasserfall der Welt.

Wozu braucht man Erdöl?
Aus Erdöl werden Benzin und Diesel hergestellt. Damit fahren viele Autos, Busse und Züge. Auch der Treibstoff für Flugzeuge wird aus Erdöl gemacht. Viele Maschinen benötigen Benzin oder Diesel, um zu funktionieren. Außerdem wird aus Erdöl Plastik hergestellt. Daraus entstehen Spielzeug, Fahrradreifen, Trinkflaschen, Schuhe, Kleidung, Schulordner – und sehr vieles mehr. In deinem Alltag ist Erdöl also fast überall.

Die Geschichte des Öls in Venezuela
Schon vor über 100 Jahren entdeckten Geologen in Venezuela hohe Erdölvorkommen. Ein wichtiger Fund! Denn schon damals wurde viel Erdöl gebraucht. Ausländische Firmen bauten das Öl ab und verdienten damit viel Geld. Auch Firmen aus den USA waren an diesen Geschäften beteiligt.
Eine Raffinerie ist eine Fabrik, die Rohöl so verarbeitet, dass man daraus Benzin, Diesel, Heizöl und andere Produkte machen kann.

Das Öl war in Venezuela entdeckt worden, also wollte Venezuela auch Geld damit verdienen. Der venezolanische Staat gründete eine große Ölfirma, die das Öl aus Venezuela allein verkaufen sollte. Venezuela wurde damit zu einem reichen Land in Südamerika. Der Erfolg mit dem Erdöl hielt jedoch nicht an.
Reichtum durch Öl – und ein Problem
Als vor 50 Jahren Venezuela begann, sein Öl selbst zu fördern und zu verkaufen, veränderte sich das Land. Der Staat wollte, dass es der Bevölkerung besser geht. Es gab viele und gute Lebensmittel zu bezahlbaren Preisen. Die Menschen verdienten Geld und konnten ihre Familien versorgen. Venezuela wurde zu einem der reicheren Länder in Südamerika. Doch das Erdöl ließ sich nicht immer zu einem guten Preis verkaufen. Mit der Zeit wurden die Maschinen alt, und für neuere Maschinen fehlte das Geld. So konnte mit der Zeit immer weniger Erdöl gefördert und verkauft werden.
Durch solche Krisen ging es den Menschen immer schlechter, denn Venezuela hatte sich vom Verkauf des Erdöls abhängig gemacht. Mit anderen Produkten konnten sie nicht so viel Geld verdienen. Lebensmittel wurden knapp und teuer. Der Staat hatte kein Geld mehr für Schulen, Krankenhäuser und Sportstätten. Die Gebäude gerieten in einen immer schlechteren Zustand.

Die Beziehungen zu den USA
Amerikanische Unternehmen verdienten vor 50 Jahren viel Geld mit dem Erdöl aus Venezuela. Sie brauchten das Öl für ihre Fabriken und Maschinen. Als Venezuela seinen wertvollen Rohstoff allein verkaufen wollte, kam es zum Streit. Die USA wollten weiterhin vom Öl profitieren. Das war so aber nicht mehr möglich, außer sie hätten es Venezuela abgekauft.
Seither üben die USA Druck auf Venezuela aus. Sie kaufen zum Beispiel kein Öl aus Venezuela, damit das Land weniger Geld verdient. Es gab immer wieder Gespräche, die die Zusammenarbeit verbessern sollten. Doch Anfang des Jahres hat sich der Konflikt zugespitzt.

Venezuelas Präsident
Nicolás Maduro war seit 2013 Präsident von Venezuela. Er versprach den Wählerinnen und Wählern, sich um ihre Sorgen zu kümmern. Doch den Menschen ging es immer schlechter. Das führt auch aktuell noch dazu, dass viele Venezuela verlassen, weil sie auf ein besseres Leben in einem anderen Land hoffen. 2024 wurde Maduro wiedergewählt. Das behauptete er jedenfalls! Ihm wird aber von anderen Ländern vorgeworfen, bei der Wahl betrogen zu haben, und dass eigentlich sein Gegner Edmundo González Urrutia die Wahl gewonnen hat. Das meint auch die EU. Kein Wunder, dass viele Menschen deshalb unzufrieden mit Maduro waren.

Delcy Rodríguez wurde zur neuen Präsidentin ernannt. Ob es dem Land dadurch besser gehen wird, bleibt abzuwarten. Sie war lange Jahre eine enge Verbündete Maduros.
Donald Trump – Maduros Gegner
Mittlerweile ist Maduro nicht mehr Präsident von Venezuela. Wie kam es dazu? – Zu den Kritikern von Nicolás Maduro gehören nicht nur viele Menschen in und aus Venezuela, sondern auch der Präsident der USA, Donald Trump. Er wirft Maduro vor, Drogengeschäfte zu betreiben. Trump behauptet, Maduro unterstütze kriminelle Organisationen, die Drogen in die USA verkaufen. Tatsächlich gibt es in den USA besonders viele Menschen, die von Drogen abhängig und sehr krank sind. Donald Trump beschuldigt Maduro, nichts dagegen unternommen zu haben.
Drogen sind Substanzen, die dem Körper schaden und Menschen krank machen. Sie sind besonders gefährlich, weil sie schnell abhängig machen. Man kann dann nicht einfach aufhören, sie zu nehmen, obwohl es einem immer schlechter geht.

Der aktuelle Konflikt
Anfang des Jahres eskalierte der Streit. In der Nacht zum 3. Januar schoss das amerikanische Militär mit Raketen auf die Hauptstadt Caracas. Es griff auch Ölschiffe an. Donald Trump ließ den Präsidenten Nicolás Maduro festnehmen. Bei der Aktion starben auch unbeteiligte Menschen. Maduro und seine Frau Cilia Flores wurden in die USA gebracht und sind dort im Gefängnis. Sie hatten in New York bereits einen Termin vor Gericht. Maduro streitet ab, etwas mit den Drogengeschäften zu tun zu haben. Einige Politiker und Politikerinnen der USA glauben, dass es in Wahrheit ohnehin nicht um Drogen geht. Ihr Verdacht: Donald Trump habe Venezuela aufgrund seiner Ölreserven angegriffen. Trump bestreitet das nicht. Er möchte, dass amerikanische Ölfirmen in Venezuela investieren, um dort Öl zu fördern. Damit könnten sie viel Geld verdienen. Das wäre dann gut für die amerikanische Wirtschaft.
