Die Glasbläserei, ein spannender Beruf
5. Januar 2026Alle Mini-Redaktiounen des Piwitsch
Diese Reportage sowie das Interview mit Glasbläserin Pascale Seil wurden von den Schülerinnen und Schülern der Klasse C4.2 von Josiane Muller und Françoise Isabelle Thill aus Helperknapp im Rahmen einer „MiniRedaktioun“ verfasst.
Zu Besuch bei Pascale Seil
Im Deutschunterricht behandeln wir zurzeit das Thema „Mein Traumberuf“. Deshalb haben wir uns nach Berdorf aufgemacht, um der einzigen Glasbläserin Luxemburgs, Pascale Seil, einen Besuch abzustatten. Wir haben Pascale Seil Fragen gestellt, während sie und ihre Assistentin Klara arbeiteten. Dabei haben wir viele interessante Informationen über ihr Handwerk erhalten. Wir durften dabei zusehen, wie sie ein Raumduftglas herstellten. Das Erstaunliche ist, dass Pascale Seil alles von Hand herstellt und natürlich auch aus ihren eigenen Gläsern trinkt.

In der Werkstatt steht ein großer Ofen, der mit flüssigem, transparentem Glas gefüllt ist. Der Ofen hat eine Temperatur von 1150 Grad °C und läuft Tag und Nacht. Nur an Weihnachten und im Sommer wird er nicht gebraucht. Der Ofen wird mit Gas betrieben. „Es ist eine Geldverbrennungsanlage“, erzählt Pascale Seil lachend. Der Ofen wird mit 100 Kilogramm transparentem Glas befüllt, das sie in der Tschechischen Republik einkauft.

Freitags wird der Ofen mit neuem Glas befüllt; es werden alle zwei Stunden 25 Kilo Glas hinzugefügt, bis sie 100 Kilo transparentes Glas im Ofen haben. Der Ofen wird zweimal im Jahr gereinigt, dann braucht er zwei bis drei Tage, bis er abgekühlt ist.
Handwerk und Glaskunst
Man kann dieses Handwerk in Frankreich und Deutschland lernen. In Straßburg studierte Pascale Seil zunächst Keramik. Pascale Seil und ihre Assistentin haben die gleiche Ausbildung, sie haben in Frankreich in der Nähe von Nancy studiert. Im ersten Jahr lernt man die Technik, wie Glas in der Fabrik produziert wird und wie mit Formen gearbeitet wird. Der kreative Aspekt kommt erst viel später in der Ausbildung vor.

Man muss viel Motivation und Durchhaltevermögen haben, denn es ist harte Arbeit. Ein Arbeitstag fängt morgens um halb 8 an. Die Glasbläserin arbeitet bis 12 Uhr und dann von Eins bis halb 5. Sie stellt Skulpturen und alles rund um den Tisch her, zum Beispiel Gläser, Schüsseln usw., Lampen, aber auch „Péckvillercher“, Schmuck (Ohrringe), Deko (z. B. Tannenbäume). Sie entwickelt auch Spezialanfertigungen auf Wunsch der Kunden und Kundinnen.

Zum Schluss unseres Besuchs haben wir noch die Ausstellung besucht und die schönen Lampen und Skulpturen bewundert. Es war interessant und spannend, einen Einblick in dieses Handwerk zu bekommen.
Drei Fragen an Pascale Seil
Welche Gefahren bringt der Beruf mit sich?
Mein Beruf hat eigentlich keine besonderen Gefahren. Die größte Gefahr sind Brandverletzungen. Ich muss einfach gut aufpassen. Es gibt eigentlich mehr Gefahren, wenn ich in der kalten Werkstatt arbeite, wo ich das Glas poliere, schleife, schneide und durchbohre. Beim Bohren kann das Glas in der Hand zersplittern, deshalb muss ich mit Handschuhen und Schutzbrille arbeiten. Beim Sandstrahlen entsteht viel Staub, deshalb sollte ich eine Maske tragen. Die kalte Werkstatt muss sehr sauber gehalten werden, denn schon ein kleines Staubkorn in der Poliermaschine kann die Skulptur völlig zerkratzen. Dann muss die ganze Arbeit wieder von vorne angefangen werden.
Wie bekommt das Glas seine Farbe und seine Form?
Kleine vorgefärbte Glaskugeln werden mithilfe einer Metallstange aus dem 490-Grad-Ofen genommen. Anschließend werden sie erhitzt. Danach blase ich einen kleinen Luftstoß durch die Stange, um in der Kugel einen Hohlraum zu erschaffen. Erst jetzt kommt transparentes Glas hinzu, indem ich mit der Stange in den Ofen fahre, um dort transparentes Glas zu schöpfen. Dieser Vorgang ermöglicht es, das Volumen zu erhöhen. Die Stange mit dem Glas muss dann gedreht beziehungsweise gerollt werden, damit das Gefäß eine gleichmäßige Form bekommt.
Wie lange brauchen Sie, um ein Glas herzustellen?
Ich kann das nicht so direkt sagen, weil man immer unterschiedlich lang braucht. Es hängt davon ab, welches Objekt ich herstelle. Es kommt auch noch Vorbereitungszeit dazu, das bedeutet, die verschiedenen Dekorationen müssen ebenfalls vorbereitet und produziert werden.