Die Möhre

10. November 2025

Möhren sind richtig tolles Gemüse. Sie enthalten viel Vitamin A, sind also gut für die Haut, das Wachstum und die Augen. Möhren können roh oder gekocht gegessen werden. Sogar im Kuchen sind sie lecker. De Piwitsch war zu Besuch auf dem Biohaff Fischbach und hat sich das Supergemüse angesehen.

Liebe Lehrpersonen,

Ein Arbeitsblatt zu diesem Artikel finden Sie hier.

Weiteres begleitendes Unterrichtsmaterial zu anderen Artikeln wie zum Beispiel ein Quiz, ein Kreuzworträtsel oder eine Wortsuche finden Sie zu jeder Zeit auf www.piwitsch.lu/ab. Das Zeichen links verweist in der Druck-Ausgabe des Piwitsch auf Arbeitsblätter und Arbeitsaufträge, die Sie jederzeit dort als PDF-Download aufrufen können.

Die Aussat

Möhren wachsen aus Samen. Die müssen gesät werden. Dazu wird zuerst das Feld vorbereitet. Mit einer Maschine werden Dämme gezogen. Das sind lange, gerade Hügel, die später die Pflege, die Bewässerung und die Ernte erleichtern. In die Dämme kommen Dünger und danach der Samen. Meist ist die Aussaat ab März möglich. Das Feld wird dann manchmal mit einem Vlies überdeckt, wenn es noch zu kalt ist.

Ein Möhrenfeld der Familie Fischbach.
Foto: Biohaff Fischbach

Dünger auf dem Biohof?

Manche Menschen glauben, dass bei Biogemüse kein Dünger oder Pflanzenschutz verwendet werden. Das stimmt aber nicht. Auch Biogemüse braucht Dünger. Man nennt ihn auch „organischen Dünger“. Hergestellt wird er aus pflanzlichen oder tierischen Stoffen, zum Beispiel Hühnerkot. Keine Panik: Der Dünger berührt die Möhre nicht. Durch Regen und Bewässerung verteilt er sich langsam im Boden und lässt die Möhren besser wachsen.

Foto: SCRIPT

Eine Möhre wächst 100 Tage. Lagermöhren bleiben bis zu 120 Tage im Boden. Sie werden nach der Ernte gelagert und erst später verkauft.

Pflege und Bewässerung

Der Ort, wo Möhren wachsen, beeinflusst ihren Geschmack. Auf sandigem Boden schmecken sie eher mild, auf humusreicher Erde dagegen süß und aromatisch. Humus ist lockere Erde aus alten Blättern und Pflanzenresten. Aber auch Wasser ist wichtig. Bewässert werden Möhren durch Tropfschlauchbewässerung. Das klingt kompliziert, ist aber ganz einfach: Gemeint sind Schläuche mit Löchern. Aus diesen Löchern tropft das Wasser ganz langsam heraus. Die Schläuche liegen in den Dämmen unter der Erde und bewässern die Möhren gleichmäßig. Auf dem Feld wächst aber auch Unkraut. Das muss weg, weil es die Möhren daran hindert, gut zu wachsen. Dazu ist viel Handarbeit nötig, denn auf einem Biohof darf kein Pflanzengift gesprüht werden.

Mit diesen Schläuchen werden die Möhren bewässert.
Foto: SCRIPT

Die Ernte

Bei der Ernte hilft eine Maschine: Sie zieht die Möhren vorsichtig am Möhrengrün aus der Erde. Gleich danach wird das Grün abgeschnitten. Macht man das nicht, könnten die Möhren bitter werden. Außerdem entzieht das Grün Wasser: Wenn es dranbleibt, werden die Möhren schneller weich.

Dieses Jahr konnten im Mai die ersten Möhren geerntet werden. Danach gibt es eine zweite Aussaat, aber nicht auf demselben Feld, denn das muss sich erst einmal von den Möhren erholen. Deshalb wird dort als nächstes ein anderes Gemüse oder Getreide angebaut, das andere Nährstoffe aus dem Boden zieht. Die Möhren, die im Juni gesät wurden, werden im Oktober oder November geerntet. Danach werden sie sorgfältig gelagert.

Sehr gemütlich ist diese Maschine nicht.
Foto: SCRIPT

Auf dieser Maschine liegt man mit dem
Gesicht nach unten. So sind die Arme frei
und können das Unkraut aus der Erde
ziehen. Die Maschine läuft autonom;
sie produziert selbst Strom durch
Sonnenkraft. Die Solarzellen befinden
sich auf dem Dach.

Der Verkauf

Die Möhren werden nach der Ernte nicht alle sofort verkauft. Sie kommen zum Teil mit viel Erde in Kisten. Diese Kisten werden in Kühlkammern gelagert. Wenn Supermärkte neue Möhren brauchen, werden die aus der Kühlkammer genommen. Sie kommen zuerst in eine riesige Waschmaschine. Hier können mehrere 100 Kilo Möhren gleichzeitig gewaschen werden. Nach dem Waschgang kommen sie auf ein Band. Hier werden die Möhren sortiert. Krumm gewachsene Möhren werden aussortiert, weil die Leute sie nicht gern kaufen. Sie bevorzugen kerzengerade Möhren. Aber was passiert mit den krummen Möhren? Die schmecken schließlich genauso gut! Einige Supermärkte verkaufen aussortierte Lebensmittel. Davon gibt es aber nur sehr wenige. Auf Bauernhöfen werden die krummen Möhren oft an die Tiere verfüttert oder auf den Kompost geworfen, damit sie wieder zu Dünger werden.

Probleme beim Anbau

Auch Tiere knabbern gern an dem Gemüse. Die Felder werden deshalb eingezäunt. Rehe und Schweine können so keine Schäden anrichten. Aber auch das Wetter ist manchmal ein Problem. Sowohl zu wenig als auch zu viel Wasser sind nicht gut für die Pflanzen. Hagel kann eine ganze Ernte zerstören. Außerdem kann das Gemüse krank werden. Das Resultat: Es gibt bessere und schlechtere Jahre für den Gemüseanbau. Das ist der Grund, warum auf Bauernhöfen nie nur eine Sorte angebaut wird. Wenn die Möhrenernte schlecht ausfällt, bringt ein anderes Gemüse vielleicht mehr ein.

Vielleicht hast du schon einmal eine Möhre vom Biohaff Fischbach gegessen: Diese Möhren sind Teil des Programms „Schouluebst“. Schulen in Luxemburg werden regelmäßig mit Obst und Gemüse versorgt. Das kommt auch aus Luxemburg.