Die Super – Arbeiterinnen

13. Mai 2026

Am 20. Mai ist der Weltbienentag. Lies hier, warum die kleinen Tiere diese Ehre verdienen!

Illustration Artikel drucken

Perfekt organisiert

Honigbienen leben in großen Gemeinschaften zusammen. Jede einzelne Biene hat eine ganz bestimmte Aufgabe. Einige Bienen kümmern sich um die Larven. „Larven“ heißen die Jungtiere der Bienen, also ihre Kinder. Andere Bienen putzen den Bienenstock oder fliegen hinaus, um süßen Nektar zu sammeln. Den brauchen sie als Nahrung für sich selbst und für ihren Nachwuchs. Das alles sind Arbeiterbienen. Sie sind alle weiblich.

An den haarigen Beinchen bleibt der Pollen hängen.
Foto: Shutterstock / sanaanwar

Die männlichen Bienen nennt man Drohnen. Sie haben eine einzige Aufgabe: Sie paaren sich mit der Königin. Das muss geschehen, damit neue Bienen entstehen. Mehr haben die Drohnen im Bienenstock nicht zu tun. Nach der Paarung sterben sie. In der Mitte des Bienenstocks lebt die Bienenkönigin. Sie wird auch noch „Weisel“ genannt und kann mehrere Jahre alt werden.

Bienen stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Wenn man ruhig bleibt, passiert in der Regel nichts.

Die anderen Bienen werden oft nur wenige Wochen alt. Die Königin ist größer als die anderen Bienen, hat eine andere Farbe und wird oft vom Imker oder der Imkerin mit einem Punkt markiert. So findet man sie im Gewusel des Bienenstocks schneller. Die wichtigste Aufgabe der Königin ist, Eier zu legen. Daraus schlüpfen dann die Larven.

Wie entsteht ein neuer Bienenschwarm?

Wenn es im Bienenstock zu eng wird, teilt sich das Bienenvolk. Ein Teil der Bienen „schwärmt“ dann aus. Das bedeutet, dass die Königin mit einem Teil der Bienen den Schwarm verlässt. Sie gründen einen neuen Schwarm. Sie suchen einen Ort, an dem sie eine neue Behausung bauen können. Im alten Bienenstock füttern die Arbeiterinnen eine Larve mit einem speziellen Futtersaft. So wächst die Larve zur neuen Königin heran.

Die Bienen sind immer im Einsatz. Etwa 40.000 Mal muss eine Honigbiene ausfliegen, um einen Liter Nektar zu sammeln. Daraus wird am Ende 500 Gramm Honig.

Eine Aufgabe der Bienen kennst du garantiert: Sie produzieren Honig und Wachs. Sie tun das nicht für die Menschen. Für die Bienen ist der Honig eine wichtige Nahrungsquelle. Sie lagern den Honig im Bienenstock, um ihn im Winter zu essen. Wachs produzieren sie, um Waben zu bauen. In einigen Waben wohnen die Bienen, in anderen kümmern sie sich um die Larven. Auch der Honig wird in Waben aufbewahrt.

Foto: Shutterstock / Damian Lisowski2020

Was passiert, wenn es keine Bienen mehr gibt?

Wenn die Bienen zu den Blüten fliegen, bleibt an ihren haarigen Beinchen feiner Blütenstaub hängen. Dieser Blütenstaub sind Pollen . Beim Flug von Blüte zu Blüte verteilt die Biene die Pollen. Das ist ein bisschen so, wie wenn du mit schmutzigen Schuhen den Schmutz überall verteilst, wo du hintrittst. Wenn du das tust, gibt es Ärger. Bei der Biene ist es ein Riesenglück! Denn mit ihren Beinen voller Pollen bestäubt sie die Blüten. Nur aus bestäubten Blüten können später Früchte oder Gemüsesorten wie Kirschen, Tomaten, Birnen oder Auberginen wachsen.

Aus Bienenwachs kann man Kerzen, Cremes oder Pflegemittel für Holz herstellen.

Bienen sind wichtig für die gesamte Natur. Durch die Bestäubung helfen sie, dass viele verschiedene Pflanzen wachsen können. Das nennt man Biodiversität (= „Vielfalt von dem, was lebt“). Ohne Bienen gäbe es viel weniger unterschiedliche Pflanzen. Den Insekten würde dann abwechslungsreiche Nahrung fehlen. Die Menschen würden zwar ohne die Bienen nicht gleich aussterben, aber auf dem Teller wäre nicht mehr viel los: keine Erdbeeren, „Kniddelen“ ohne Kompott, Nudeln ohne Tomatensoße! Langweilig – und nicht so gesund!

Eine Biene fliegt am Tag bis zu 30 Mal aus. Sie besucht bei einem Flug 200 bis 300 Blüten.

Bienen in Gefahr!

Auch der Klimawandel macht den Bienen zu schaffen. Die Pflanzen blühen früher im Jahr, der Winter dauert länger, die Temperaturen schwanken stärker. Dadurch kommen die Bienen durcheinander. Sie sind schwächer und werden schneller krank. Die Lebensräume von Bienen werden immer kleiner. Die Menschen bauen Häuser, Straßen, Flughäfen oder Fabriken an Orten, wo vorher Pflanzen und Tiere lebten.

Foto: Shutterstock / Dernkadel

Auch manche Bauernhöfe machen den Bienen das Leben schwer. Oft wird in der Landwirtschaft mit Pestiziden, also Pflanzenschutzmitteln, gearbeitet. Das sind Stoffe, die den Weizen oder den Mais auf den Feldern vor Schädlingen und Unkraut schützen. Leider greifen diese Stoffe auch die Bienen an.

In Luxemburg gibt es ungefähr 370 verschiedene Bienenarten. Die meisten von ihnen sind Honigbienen. Es gibt aber auch Wildbienen.

Die Bienen haben einen winzigen Feind: Parasiten. Die Varroamilben gefährden Bienenvölker auf der ganzen Welt. Sie saugen das Blut der Arbeiterbienen aus und legen ihre Eier in die Bienenbrut. Die Bienen wehren sich normalerweise gegen Eindringlinge. Wegen der Pestizide sind sie aber manchmal zu schwach.

Noch ein Feind: Hornissen

Die asiatische Hornisse kommt seit etwa zwanzig Jahren auch in Europa vor. Sie frisst Honigbienen. Die Hornissen lauern vor dem Bienenstock. Das setzt die Honigbienen unter extremen Stress. Teilweise trauen sich die Bienen nicht mehr, den Stock zu verlassen. Wer ein Hornissennest sieht, sollte es melden.

2025 wurde mit einem riesigen Kran ein Hornissennest vom Turm der Abtei Neimënster entfernt.
Foto: Ville de Luxembourg / Mick Drulang

Willst du den Bienen helfen? Suche auf dem Schulgelände einen Ort, wo deine Klasse Blumensamen ausstreuen kann. So können Blumen als Nahrung für die Bienen wachsen. Nehmt einheimische Sorten, die zwischen März und Oktober blühen!