Grönland – Eine eiskalte, heiß begehrte Insel
28. Januar 2026Grönland ist eine riesige Insel – sogar die größte der Welt! Sie ist 840-mal größer als Luxemburg. Grönland liegt ganz weit im Norden, zwischen Europa und Nordamerika, genauer: in der Arktis, nicht weit vom Nordpol. Fast die ganze Insel ist von Eis bedeckt. Zwei große Eiskappen liegen über Grönland und der Arktis. Sie speichern einen großen Teil des Süßwassers der Erde. Deshalb ist es in Grönland sehr kalt. Im Winter können die Temperaturen im Inneren des Landes bis auf –50 Grad sinken! Wegen dieser extremen Kälte leben nur wenige Menschen in Grönland. Aber viele Tiere sind dort zu Hause und die Menschen, die dort wohnen, haben gelernt, mit der Kälte umzugehen.
Grönland:
Hauptstadt: Nuuk
Staatsoberhaupt: König Frederik X. von Dänemark
Bevölkerung: 57.000
Fläche: 2.166.086 Quadratkilometer


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Wer lebt in Grönland?
Die Einwohner und Einwohnerinnen Grönlands leben vor allem im Westen an der Küste. Dort ist es nicht ganz so kalt wie im Inland. Es gibt nur wenige Städte und Dörfer. Nuuk ist die Hauptstadt. Sie liegt im Süden. Hier wohnen die meisten Menschen. Insgesamt leben aber nur rund 57.000 Menschen auf der gesamten Insel. Im viel kleineren Luxemburg leben mehr als zehn Mal so viele Menschen!
Wusstest du das? Eis sieht bläulich aus, wenn es sehr dicht ist. Ist es weiß, bedeutet das, dass viele Luftblasen im Eis eingeschlossen sind.
Die Bevölkerung spricht Grönländisch. Diese Sprache nennt man auch Kalaallisut. Es ist eine Sprache mit langen Wörtern. Viele kleine Wörter werden aneinandergeklebt: „Aallarpatarsaarpunga“ bedeutet zum Beispiel „Ich spiele gerne draußen mit meinen Freunden“. In der Schule lernen die Kinder aber mehrere Sprachen. Sie lernen auch Dänisch, denn offiziell gehört Grönland zu Dänemark.
Grönland – ein eigenständiger Staat?
Im Mittelalter, vor über 1000 Jahren, kamen dänische Wikinger nach Grönland und bauten dort Siedlungen. Später wurde es durch eine kleine Eiszeit viel kälter auf der Insel, und das Leben für die Menschen wurde schwierig. 1721 kamen erneut dänische Siedler nach Grönland. Die Insel wurde kolonisiert. Das bedeutet, dass die neu angekommenen Siedler bestimmten, wie die Ureinwohner und Ureinwohnerinnen leben sollten.

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1814 entschied Dänemark, dass Grönland nun offiziell zu ihnen gehören sollte. Die Menschen in Grönland wollten aber selbstständiger werden. Lange wurde nicht auf sie gehört. Erst in den letzten 50 Jahren bekamen sie nach und nach mehr eigene Rechte.
Heute ist Grönland nicht mehr ganz abhängig von Dänemark. Seit 2009 bestimmt in Grönland eine eigene, von den Grönländerinnen und Grönländern gewählte Regierung. Das Staatsoberhaupt ist aber weiterhin der dänische König.

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Heute leben in Grönland vor allem Kalaallits. Sie stammen von der indigenen Bevölkerung und den zugewanderten Europäern ab. Sie leben hauptsächlich von der Fischerei. Krabben, Tintenfische, Rotbarsche, Heringe und viele andere Meerestiere werden vor Grönland gefischt und verkauft. Dennoch braucht Grönland zusätzlich Geld aus Dänemark. Es könnten sonst zum Beispiel nicht genügend Schulen oder Krankenhäuser gebaut werden. Außerdem muss man ja die Menschen bezahlen, die dort arbeiten. Weil Grönland diese Hilfe von außen braucht, wäre eine völlige Unabhängigkeit schwierig.
Trotz des vielen Eises gibt es in Grönland auch heiße Quellen.
Die Färöer-Inseln gehören wie Grönland zu Dänemark.
Grönland bedeutet auf Dänisch „Grünland“. Ein Trick, denn Grönland ist vor allem weiß! Die Wikinger wollten mit dem schönen Namen neue Siedler auf die Insel locken.
Tiere in Grönland

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Grönland ist die Heimat vieler Tierarten: zum Beispiel von Eisbären, Polarfüchsen, Polarwölfen, Schneehasen und Rentieren. Im Meer und an der Küste gibt es zahlreiche Lebewesen wie Wale, Robben und unzählige Fischarten. Die seltenen Hermeline und Moschusochsen leben auf Grönland. Es gibt auch viele Vögel: Seeschwalben bauen ihre Nester auf dem Boden. Die Küken werden mit kleinen Fischen gefüttert, zum Beispiel Kapelanen. Davon gibt es im arktischen Meer reichlich.

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Zwischen den Dörfern gibt es keine Straßen. Man muss trotzdem nicht den ganzen Tag zu Hause sitzen. Als Fortbewegungsmittel dienen Flugzeuge, Boote, Schneemobile oder noch ganz traditionell die Hundeschlitten.
Warum ist Grönland so beliebt?
Grönland hat viele wertvolle Rohstoffe wie Gold, Eisen und seltene Erden. Andere Länder, wie zum Beispiel die USA, sind stark daran interessiert, Grönland zu besitzen. Zum einen wohl wegen der Rohstoffe. Zum anderen ist die Insel auch als militärischer Standort geeignet. Verteidigung in alle Richtungen ist aktuell ein wichtiges Thema in der amerikanischen Politik. Der amerikanische Präsident Donald Trump sagt, er wolle Dänemark Grönland abkaufen. Die geltenden Gesetze erlauben es Ländern aber nicht, einfach so ein anderes Land zu kaufen. Ob die Grönländer und Grönländerinnen von den USA gekauft werden wollen, ist dann noch eine ganz andere Frage …
Auch auf dem Weltwirtschaftsforum letzte Woche in Davos war Grönland ein Thema. Das Weltwirtschaftsforum ist ein Treffen, das jedes Jahr in dem kleinen Ort in den Schweizer Alpen stattfindet. Dort diskutieren Vertreter und Vertreterinnen vieler Länder über Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Trump hielt in seiner Rede in Davos an der Idee fest, dass Grönland zu den USA gehören sollte. Wie gesagt: Wie es überhaupt möglich sein soll, dass die Insel zu einem anderen Land wechselt, ist völlig unklar. Grönland, Dänemark und die EU sind weiterhin strikt dagegen.
