Große Sorgen bei den Milchbetrieben

24. Juni 2026

Viele Milchbauern und Milchbäuerinnen in Luxemburg sind gerade in Sorge. Sie haben schlechte Nachrichten von der Firma EKABE bekommen. 68 Milchbetriebe liefern der EKABE ihre Milch, und zwar richtig viel Milch: Über 50 Millionen Liter bekommt die EKABE jedes Jahr von ihnen! Damit soll nächstes Jahr Schluss sein. Dann heißt es: Wir wollen eure Milch nicht mehr.

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Foto: Shutterstock / mkfilm 

Als im Mai die Nachricht kam, waren viele Milchbauern geschockt. Einige von ihnen führen kleine Milchbetriebe, andere haben einen sehr großen Milchbetrieb. Die Milchbauern liefern ihre Milch an die EKABE. Die produziert daraus verschiedene Produkte, zum Beispiel Rahm und Kochkäse. EKABE gehört zu einem großen Unternehmen, das einzelne Firmen in mehreren Ländern hat. 

Dieses große Unternehmen (die „Muttergesellschaft“ der kleineren Firmen) heißt Lactalis. Sie steht aktuell in der Kritik. Denn die Lactalis hat beschlossen, dass sie ihre Milch nicht mehr in Luxemburg einkaufen will, sondern lieber woanders. 

Die Chefs des Unternehmens sagen, die luxemburgische Milch sei zu teuer. Nur die Produktion von Kochkäse und ein paar anderen Produkten in der Zentrale in Eschweiler soll weitergehen.

Für die 68 Luxemburger Milchbetriebe ist das eine schlechte Nachricht. Es bedeutet, dass sie neue Käufer für ihre Milch finden müssen, und zwar schnell. Ein Riesenproblem! 

Wohin mit der ganzen Milch?

Viele Menschen fragen sich: „Kann nicht einfach eine andere Firma die Milch übernehmen?“ Leider ist das nicht so einfach. Andere Unternehmen, wie zum Beispiel die Luxlait, bekommen schon Milch von anderen Bauernhöfen. Sie brauchen die Milch der EKABE-Betriebe nicht. Eine Lösung muss aber her! 

Aus Milch können unterschiedliche Produkte hergestellt werden. Foto: Shutterstock / Olena Rudo

Die Milchproduktion kann nicht einfach gestoppt werden. Die Kühe produzieren jeden Tag Milch. Sie werden mehrmals am Tag gemolken. Diese Milch muss abgeholt, gekühlt und verarbeitet werden. Wenn das im kommenden Jahr nicht mehr die EKABE macht, muss ein anderer diese Aufgaben übernehmen. 

Bisher haben 68 Milchbauern und Milchbäuerinnen der Genossenschaft Prolek ihre Milch an die EKABE geliefert. Insgesamt sind das rund 50 Millionen Liter Milch im Jahr. Diese große Menge kann nicht einfach an eine andere Firma verkauft werden. Es müssen mehrere neue Käufer gefunden werden. Für die Milchbetriebe bedeutet das viel Arbeit, weil sie alles neu organisieren müssen.

Das Ministerium für Landwirtschaft hilft den Bauern und Bäuerinnen, eine Lösung zu finden. Vielleicht kann auch das Unternehmen Arla helfen. Das ist ein großer Produzent in Deutschland. Die Zentrale liegt nahe der luxemburgischen Grenze. 

Milchbetriebe und ihre Tradition 

Kühe müssen mehrfach am Tag gemolken werden. Foto: Shutterstock / RAYphotographer

Milchbauern und -bäuerinnen investieren viel Geld in ihre Höfe. Sie brauchen nicht nur Kühe. Ställe, Melkmaschinen und andere große Maschinen sind teuer. Die Betriebe leihen sich oft Geld von einer Bank, um diese Dinge zu kaufen. Das geliehene Geld müssen sie über viele Jahre an die Bank zurückzahlen. Deshalb planen sie ihre Milchproduktion lange im Voraus. Sie können nicht einfach von einem Tag auf den anderen damit aufhören. Dadurch würden sie viel Geld verlieren. 

Wenn die Bauern und Bäuerinnen keinen Käufer für ihre Milch finden, bekommen sie also große Geldprobleme. Das kann für viele Höfe schwierig werden. Wenn sie keine Lösung finden, müssen sie ihren Betrieb verkaufen. Das könnte bedeuten, dass immer weniger Milch hier im Land produziert wird. 

Steckbrief: EKABE

  • Gründung: 1935
  • Gründer: Emile Klensch 
  • Muttergesellschaft: gehört seit 1989 zu Lactalis (französisch) 
Der Sitz der EKABE ist in Eschweiler
Foto: Google maps

Emile Klensch gründete 1935 seine erste Molkerei in Bettemburg. Er nannte sie EKABE. Das steht für Emile Klensch À BEttembourg. Dort produzierte er mit seinen 100 Milchkühen Milch. Im 2. Weltkrieg wurde die Molkerei geschlossen. Emile Klensch musste sich einen anderen Ort suchen. Er kaufte eine ehemalige Molkerei in Eschweiler. Das Dorf liegt in der Gemeinde Junglinster im Osten Luxemburgs. Dort wird heute noch produziert. 

Im Lauf der Jahre stieg die Produktion immer weiter. EKABE produziert Sahne, Milch, Quark, Frischkäse und den beliebten Kochkäse. 

Seit 1989 gehört EKABE zu Lactalis. Das ist das größte Molkereiunternehmen der Welt. Der Firmensitz befindet sich in Frankreich. Weltweit arbeiten 85 000 Menschen für das Unternehmen.  

Landwirtschaft hautnah erleben

Auf der Foire Agricole in Ettelbrück (FAE) hast du die Möglichkeit, Milchbetriebe kennenzulernen. Die Foire Agricole ist die größte Landwirtschaftsmesse in Luxemburg. Sie findet jedes Jahr im Juli statt, dieses Jahr vom 3. bis 5. Juli. Du kannst dort entdecken, wie Landwirtschaft in Luxemburg funktioniert. Du lernst Unternehmen und Menschen kennen, die jeden Tag in der Landwirtschaft arbeiten, damit alle Essen auf dem Teller haben. Du erfährst, welche Lebensmittel in Luxemburg hergestellt werden, und kannst vielleicht das eine oder andere probieren. Bauern und Bäuerinnen zeigen ihre Tiere und riesige Maschinen. Du kannst Kühe, Pferde und andere Tiere hautnah sehen.

Auf der Foire Agricole gibt es viel zu entdecken.
Foto: SCRIPT
  • Wann: 3. bis 5. Juli 2026
  • Wo: Däich-Gelände in Ettelbrück
  • Eintritt: Für Kinder bis 16 Jahre gratis / für Erwachsene
    8 € im Vorverkauf, 10 € an der Tageskasse
  • Eintrittskarten gibt es auf www.fae.lu