Hinter den Kulissen des Naturmusée in Stadtgrund
13. April 2026Hinter den Mauern des Naturmusée verbergen sich erstaunliche Funde. Das Museum hat dem Piwitsch seine verborgenen Schätze gezeigt.
Im Herbarium mit Odile Weber
Odile Weber arbeitet als Botanikerin, also als Spezialistin für Pflanzen. Sie kümmert sich im Naturmusée um das Herbarium, eine Sammlung von Pflanzen, Farnen, Pilzen und Moosen. Die werden für die Forschung und für die Zukunft aufbewahrt. Damit die Pflanzen lange erhalten bleiben, werden sie vorsichtig getrocknet, gepresst und auf Papierbögen geklebt. Jede Pflanze erhält ein Etikett mit wichtigen Informationen und eine eigene Nummer. Dann kommt sie in die riesige Pflanzenbibliothek, das Herbarium.

Foto: Edouard Olszewski/jonk fuerscher
Als Kind staunte Odile im Naturmusée darüber, dass Pflanzen gesammelt werden. Heute weiß sie: Diese Arbeit ist wichtig für die Forschung und den Schutz der Natur. Im Herbarium wurden seit dem 18. Jahrhundert schon über 100.000 Exemplare gesammelt! So können Forschende Pflanzen vergleichen, bestimmen und mehr über sie lernen. Manche Pflanzen, die früher in Luxemburg wuchsen, sind heute verschwunden, während neue Arten dazugekommen sind.
Manchmal findet Odile bei ihrer Arbeit Pflanzen, die noch keinen wissenschaftlichen Namen haben. Dann untersucht sie die Pflanze und vergleicht sie mit bekannten Arten. Sie sucht einen lateinischen Namen aus und veröffentlicht einen wissenschaftlichen Artikel. Die Pflanze ist natürlich vorher nicht ganz unbekannt: Die Menschen vor Ort kennen sie oft genau. Für ihre Arbeit reist Odile auch in andere Länder, besonders gern nach Äthiopien. Durch ihre Arbeit lernt sie Forschende aus der ganzen Welt kennen. Das gefällt ihr
besonders gut.
Eine Reise in die Welt der Mineralien mit Simon Philippo
Manchmal bringt die Erde ihre Schätze aus der Tiefe an die Oberfläche. Dann kommt Simon Philippo ins Spiel. Seit 30 Jahren arbeitet er als Konservator für Mineralogie und Geologie im Naturmusée. Schon als Kind sammelte er begeistert Steine. Ein Lehrer ermutigte ihn, dieser Leidenschaft zu folgen. So wurde er
Mineraloge.

Foto: SCRIPT
Auf dem Dachboden im Archiv bewahrt Simon Mineralien aus aller Welt auf. Gesichert in einem Tresor befinden sich auch Gold und Silber, aber nicht als Ketten oder Ohrringe, sondern so, wie man sie in der Natur vorfindet.
Gut zu wissen
Manche Mineralien kennst du von zu Hause! Wenn zum Beispiel ein Wasserkocher lange nicht gereinigt wird, bilden sich darin helle, feste Ablagerungen aus Kalk. Kalk ist ein Mineral.

Fachleute nennen es CaCO3. Das ist die chemische Zusammensetzung der verschiedenen Bausteine. Mineralien findet man also nicht nur tief im Inneren der Erde, sondern sie begegnen uns auch im Alltag.
Simon reinigt, untersucht und beschreibt die Mineralien. Chemische Analysen zeigen, wie ihre Bausteine angeordnet sind und wann sie entstanden sind. Seine Ergebnisse sammelt Simon in wissenschaftlichen Texten und Datenbanken. Für seine Arbeit reist er auch in ferne Länder wie Brasilien, Mosambik oder den Kongo, um neue Schätze der Erde zu entdecken.
Gut zu wissen
Mineralien entstehen in der Natur über viele Tausende Jahre. Manche bestehen aus winzigen Bausteinen, den Atomen. Andere aus mehreren verbundenen Atomen, den Molekülen.
Auf den Spuren der Vergangenheit mit Ben Thuy
Ben Thuy ist Paläontologe, also Urzeitforscher. Er beschäftigt sich mit dem Leben aus der Vergangenheit, vor allem Pflanzen und Tieren. „Paläontologen sind Menschen, die versteckte Geschichten aus den Steinen lesen. Damit wir die Gegenwart verstehen, müssen wir herausfinden, wie die Vergangenheit war“, sagt Ben. Schon als Kind war er von Fossilien so begeistert, dass sein Vater ihn mit in Steinbrüche nahm. Dort stieß Ben auf sein erstes Fossil: einen versteinerten Seeigel!

Foto: SCRIPT
Heute ist die Suche nach Fossilien Teil von Bens Beruf. Vor zwei Jahren fand er mit einem internationalen Team im Steinbruch von Consthum einen Urskorpion, der über 400 Millionen Jahre alt ist.
Bei Ausgrabungen arbeitet Ben mit Hammer, Brecheisen und manchmal mit einem Bagger. Im Labor werden die Fossilien gereinigt und vorsichtig freigelegt. Winzige Funde, zum Beispiel Zähne von Fischen, untersucht er mit dem Mikroskop. Ben beschreibt seine Arbeit so: „Es ist wie eine Schatztruhe. Man weiß nie, was man finden wird.“ Im Naturmusée werden fast 80.000 Fossilien aufbewahrt. Bens Arbeit hilft, die Geschichte und die Entwicklung der Erde besser zu verstehen.