Hitzewelle, Waldbrände und Dürre: Was ist bloß mit dem Klima los?

16. September 2026
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Du hast es bestimmt am eigenen Leib gespürt: dieser Sommer war anders. Er war heißer, trockener und unruhiger als sonst. Schon im Frühjahr rollte die erste Hitzewelle über Luxemburg. Dann folgte eine Hitzewelle der nächsten. In den Nachrichten kamen ständig Meldungen über Waldbrände, vertrocknete Felder und Flüsse, die kaum noch Wasser führten. Kein Wunder, dass du mehr geschwitzt hast als sonst; bei fast 40 Grad ist das normal!

Zeit also, sich genauer anzuschauen, was da eigentlich passiert.

Wetter oder Klima?

Wenn vom Klimawandel die Rede ist, gibt es immer wieder Menschen, die sagen: Ach was, nicht so schlimm, schlechtes Wetter gab es schon immer! Dabei sind Klima und Wetter zwei unterschiedliche Dinge. Das Wetter ist das, was du gerade draußen siehst. Scheint die Sonne? Schüttet es wie aus Eimern? Liegt Nebel über den Wiesen? Das Klima beschreibt etwas anderes, nämlich wie das Wetter an einem Ort über viele Jahre hinweg im Durchschnitt aussieht. Klimawandel bedeutet, dass sich das Wetter auf der Erde über viele Jahre hinweg verändert.

Gut zu wissen

Von einer Hitzewelle spricht man, wenn es an mehreren Tagen hintereinander über 30 Grad heiß ist. Das klingt nach Freibad und Eis, ist aber für die Natur richtig anstrengend. Pflanzen, Tiere und Menschen brauchen zwischendurch eine Verschnaufpause von der Hitze. Bleibt es tagelang heiß, hat niemand Gelegenheit, sich zu erholen.

Es gab schon vor Millionen Jahren mal wärmere, mal kältere Sommer. Der Unterschied: Früher verteilten sich diese Veränderungen über gigantische Zeiträume. Menschen, Tiere und Pflanzen hatten Jahrtausende Zeit, sich daran zu gewöhnen.

Heute ändert sich das Klima sehr schnell. Weder Menschen, noch Tiere oder die Umwelt haben genug Zeit, sich darauf einzustellen. Was früher Jahrtausende brauchte, passiert jetzt innerhalb weniger Jahrzehnte. Die Folge sind heftige Gewitter, Starkregen und Hitzewellen, die immer öfter auftreten. Ständig werden neue Hitzerekorde gemessen.

In diesem Sommer führten die Flüsse in Europa besonders wenig Wasser.
Foto: Shutterstock / hans engbers

Gut zu wissen

Im Naturschutzgebiet Hohes Venn in Belgien entflammte mitten im August ein schlimmes Feuer. Das Gebiet befindet sich nah an der Grenze zu Luxemburg. Einige Rauchwolken zogen bis hierher. Deswegen wurde auch hier gewarnt: Fenster schließen, keine Anstrengung im Freien!

Weltweit steigt die Durchschnittstemperatur an, aber nicht überall gleich stark. Europa spürt den Wandel besonders deutlich. In der Mittelmeerregion, etwa in Spanien oder Griechenland, häufen sich Wetterextreme wie starke Hitze und lange Dürren. Immer öfter kommt es dort auch zu Bränden und plötzlichem Starkregen. Dadurch entstehen in der Natur und in den bewohnten Gebieten immense Schäden.

Was ist der Treibhauseffekt?

Stell dir vor, um die Erde herum gäbe es keine Luft. Dann wäre es hier genauso eiskalt wie im Weltall, nämlich minus 270 Grad. Die Atmosphäre verhindert das. Sie besteht aus einer Schicht von verschiedenen Gasen. Die sorgen dafür, dass es auf der Erde angenehm warm ist. Einige dieser Gase nennt man Treibhausgase. Das wohl bekannteste Treibhausgas heißt Kohlenstoffdioxid, kurz CO2.

Ein anderes Wort für Treibhaus ist: Gewächshaus. Warst du schon einmal in einem Gewächshaus? Dort ist es meistens ziemlich warm und stickig, selbst wenn es draußen kühl ist. Das liegt am Glas. Es lässt das Sonnenlicht herein und hält die Wärme drinnen fest. So ähnlich funktionieren auch die Treibhausgase in der Atmosphäre. Die Sonnenstrahlen gelangen ungehindert bis zum Erdboden und heizen ihn auf. Die Wärme, die zurück ins Weltall entweichen möchte, wird von den Gasen der Atmosphäre zurückgehalten wie von einer Glasscheibe. Je mehr Gase es in der Atmosphäre gibt, desto weniger kann die Wärme ins Weltall entweichen. So entsteht der Treibhauseffekt. Diese Gase spielen also eine wichtige Rolle für die Temperatur auf der Erde. Dass sich Treibhausgase in der Atmosphäre befinden, ist normal. Problematisch wird es, wenn es zu viele Gase werden und die Erde dadurch immer stärker aufgeheizt wird.

Warum wird es nicht besser?

Seit mehr als hundert Jahren nimmt die Menge an Treibhausgasen in der Atmosphäre zu. Dadurch wird immer mehr Hitze daran gehindert, die Erde wieder zu verlassen. Das Klima ändert sich: Es wird wärmer.

Die Hauptursache dafür ist der Mensch. Autos, Flugzeuge und Fabriken pusten gewaltige Mengen CO2 in die Luft. Seit im 19. Jahrhundert überall große Fabriken entstanden, wird immer mehr Erdöl, Erdgas und Kohle verbrannt, um Strom, Wärme und Energie zu gewinnen. Auch Autos, Busse, Flugzeuge und Schiffe verbrennen riesige Mengen an Treibstoffen aus Erdöl. Bei jeder Fahrt entsteht als Abfallstoff CO2, der in die Atmosphäre gelangt.

Hinzu kommt, dass weltweit riesige Waldflächen abgeholzt werden. Das ist besonders schlimm für das Klima, denn Bäume sind Klimahelfer. Sie filtern CO2 aus der Luft und speichern es in ihrem Holz. Wo Wälder verschwinden, fehlt dieser natürliche Filter plötzlich. So ähnlich gilt das für Moore wie das Hohe Venn. Wenn sie in Brand geraten, setzen sie Unmengen an gespeichertem CO2 frei.

Welche Folgen hat der Klimawandel für den Menschen?

Hitze wird erst zum Problem, wenn sie zu lange und zu stark anhält. In der Medizin spricht man dann von Hitzestress. Der Körper hat große Mühe, abzukühlen. Man fühlt sich schlapp und träge, der Kopf tut weh, es wird einem schwindlig oder schlecht. Besonders kleine Kinder und ältere Menschen leiden darunter. Städte sind oft gar nicht auf lang anhaltende Hitze vorbereitet. Straßen, Gebäude, Bahngleise und zubetonierte Flächen wurden für mäßige Sommer gebaut. Bei großer Hitze heizen sie sich stark auf. Dadurch wird es noch heißer.

Gut zu wissen

Luxemburg hat bisher in Wahrheit noch Glück. Andere Orte sind vom Klimawandel viel direkter betroffen, zum Beispiel der kleine Inselstaat Tuvalu im pazifischen Ozean. Tuvalu liegt nur wenige Meter über dem Meeresspiegel. Durch das schmelzende Eis der Pole steigen aber die Meeresspiegel. Dadurch könnte Tuvalu bereits in einigen Jahrzehnten im Meer versinken.

Foto: Shutterstock / Romaine W

Was kann man gegen den Klimawandel tun?

Die gute Nachricht: Jeder einzelne Mensch kann einen Beitrag leisten! Je weniger CO2 und andere Treibhausgase ausgestoßen werden, desto langsamer wird sich die Erde erhitzen. Politik und Industrie müssen dafür natürlich große Entscheidungen treffen. Zum Beispiel könnten sie entscheiden, mehr Energie aus Sonne, Wind und Wasser zu gewinnen, statt Kohle, Gas und Erdöl zu verbrennen. Damit allein lässt sich das Problem aber nicht lösen. Auf der Erde wird zu viel Energie verbraucht, und zwar nicht nur von Fabriken. Vor allem die Menschen in den reicheren Ländern der Erde müssen ihren Verbrauch bremsen.

Was können einzelne Menschen tun?

  • mehr mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln fahren statt mit dem Auto
  • auf Flugzeugreisen oder Kreuzfahrten verzichten
  • weniger Fleisch essen, insbesondere Rindfleisch aus Massentierhaltung
  • Second-Hand-Kleidung kaufen
  • lokale Produkte kaufen, denn das führt zu weniger CO2 beim Transport
  • Essen klug einkaufen, damit man möglichst wenige Lebensmittel wegwerfen muss – und eigene Tüten und Beutel mitbringen!
  • allgemein weniger kaufen
  • den Chatbot keinen Quatsch fragen und nicht unnötig Bilder und Videos generieren – KI gehört zu den größten Energiefressern!

Und natürlich: anderen von dem erzählen, was du hier gelernt hast! Denn je mehr Menschen verstehen, was der Klimawandel wirklich bedeutet, desto mehr werden hoffentlich mit anpacken, um ihn zu bremsen.