Keine Panik vor dem Hantavirus
20. Mai 2026Auf dem Schiff „MV Hondius“ ist das Hantavirus ausgebrochen. Die Kranken werden mittlerweile in verschiedenen Ländern versorgt. Die Aufregung ist immer noch groß. Was ist das für ein Virus? Und warum werden Krankheiten auf Schiffen so schnell zum Problem?
Ein Virus auf hoher See
Die „MV Hondius“ ist zur Zeit das wohl bekannteste Schiff der Welt. Das kleine Kreuzfahrtschiff stach im Frühjahr 2026 in See. Die Reise führte von Argentinien in Südamerika über den atlantischen Ozean, Richtung Afrika. Auf einmal wurden mehrere Menschen krank. Drei Menschen starben. Es stellte sich heraus: Sie hatten sich mit einem Hantavirus angesteckt. Die MV Hondius durfte erst einmal in keinem Hafen anlegen.
Das Hantavirus ist eine ernste Krankheit. Das ist aber kein Grund zur Panik. Es gibt eine europäische und auch eine weltweite Organisation, die alle Krankheiten im Auge behalten. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten, kurz ECDC, sowie die Weltgesundheitsorganisation, kurz WHO, sind der Meinung, dass für die Bevölkerung keine Gefahr besteht, oder höchstens eine sehr, sehr kleine Gefahr.

Was ist das Hantavirus?
Hantaviren sind bekannte Viren. Sie existieren schon länger. Es gibt mehrere Typen, die unterschiedlich schwere Krankheiten auslösen. Viele Hantaviren leben in Nagetieren, zum Beispiel in Mäusen oder Ratten. Die Tiere scheiden das Virus mit Kot, Urin oder Speichel aus. Wenn diese Spuren trocknen, entsteht Staub. Ein Mensch kann krank werden, wenn er diesen Staub einatmet. Deshalb sollen Erwachsene Orte mit Mäusespuren vorsichtig reinigen. Dazu gehören Keller, Dachböden, Garagen, Schuppen oder Gartenhäuser. Sie sollen den Raum zuerst gut lüften. Danach sollen sie Mäusekot feucht entfernen. Ein trockener Besen kann den Staub aufwirbeln.

Welcher Virus-Typ war auf dem Schiff?
Auf der MV Hondius wurde das Andes-Virus gefunden. Das ist ein südamerikanischer Hantavirus-Typ. Er kann eine schwere Erkrankung der Lunge auslösen. Kranke Menschen bekommen Fieber, Übelkeit, Erbrechen oder Husten. Bei diesem Typ der Krankheit ist eine Ansteckung von Mensch zu Mensch möglich, aber es kommt nicht oft vor. Damit man sich ansteckt, braucht es engen Kontakt. Das unterscheidet das Andes-Virus von vielen anderen Hantaviren. Die meisten können nicht von einem Menschen zu einem anderen überspringen.
Wie kam das Virus an Bord?
Das Schiff startete in Ushuaia in Argentinien. An Bord gab es ziemlich sicher keine Mäuse oder andere Nager. Denn darauf passt die Mannschaft an Bord besonders gut auf. Fachleute vermuten, dass sich der erste kranke Mensch schon vor der Reise an Land angesteckt hatte. Mit dem Passagier kam das Virus an Bord. Dort konnte es sich weiterverbreiten. Die genaue Ursache wird noch untersucht.
Krank an Bord: ein Sonderfall
Auf einem Schiff leben viele Menschen auf engem Raum zusammen. Sie essen in denselben Räumen. Sie nutzen dieselben Flure und Treppen. Sie schlafen in kleinen Kabinen. Deshalb müssen kranke Menschen schnell isoliert werden. Wenn auf einem Schiff eine ansteckende Krankheit ausbricht, müssen sich auch die gesunden Menschen an Regeln halten. Masken und Abstand sind dann Pflicht.

Auf dem Festland kann ein Krankenwagen eine kranke Person meistens schnell in ein Krankenhaus bringen. Auf einem Schiff geht das nicht. Das Schiff muss erst einen Hafen erreichen. Bei Kap Verde blieb die Hondius aber zunächst vor Anker. Die Behörden verboten dem Schiff anzulegen. Die Menschen an Bord sollten keinen Kontakt zu den Menschen in Kap Verde haben. So wollten die Behörden weitere Ansteckungen verhindern. Es gab nämlich nicht genug Krankenhäuser, um alle Passagiere aufzunehmen. Später fuhr das Schiff nach Teneriffa. Dort gibt es ein Krankenhaus, das auf solche schwierigen Fälle vorbereitet ist. Etwa 150 Menschen waren noch an Bord. Sie sollten keinen Kontakt zu anderen Leuten haben.
Luxemburg half bei der Rettung
Das Spezialflugzeug der Luxembourg Air Rescue kam zum Einsatz, um acht Patienten auszufliegen. Die Helferinnen und Helfer trugen dabei Schutzkleidung. Nach dem Einsatz musste das Flugzeug gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Auf dieses Weise werden kranke Menschen versorgt, und andere Menschen werden geschützt.





Warum ist das keine Pandemie?
Bisher sind zwölf Ansteckungen bekannt. Auf der Hondius wurde die Lage so schwierig, weil sich auch der Schiffsarzt ansteckte. Zum Glück war zufällig ein weiterer Arzt unter den Reisenden. Er war zwar schon im Ruhestand, konnte jetzt aber einspringen. Er half bei der Versorgung der Kranken, bis weitere medizinische Hilfe kam.
Manche Menschen haben jetzt Angst, dass das Hantavirus sich auf der ganzen Welt verbreitet. Sie erinnern sich vermutlich an Corona. Doch Coronaviren und Hantaviren sind verschieden. Das Coronavirus konnte sich sehr leicht über die Luft verbreiten. Viele Menschen steckten andere an, ohne es zu merken. Beim Hantavirus ist die Lage anders. Die meisten Hantaviren werden über Nagetiere übertragen. Das Andes-Virus kann zwar selten von Mensch zu Mensch übertragen werden. Doch dafür braucht es engen Kontakt.
Wenn Menschen an einer Krankheit sterben, ist die Krankheit natürlich schlimm. Aber nicht alle ansteckenden Krankheiten führen zu einer Pandemie. Eine Pandemie bedeutet, dass sich eine Krankheit in vielen Ländern stark und schnell ausbreitet. Das ist hier nicht der Fall.
