Krieg und Öl: Preise im Auf und Ab

11. März 2026

Zwischen den Ländern Iran und Oman gibt es eine ganz besondere Stelle im Meer: die Straße von Hormus. Für den Welthandel ist sie unglaublich wichtig. Jeden Tag fahren dort große Schiffe und Frachter entlang und transportieren wertvolle Güter in viele Länder der Welt – zum Beispiel Öl und Erdgas.

Die Meerenge ist sehr schmal: Nur etwa 55 Kilometer trennen die beiden Küsten voneinander. Trotzdem ist dieser Weg für viele Schiffe unverzichtbar. Rund um den Persischen Golf liegen mehrere Länder, in denen besonders viel Öl im Boden steckt. Dazu gehören neben dem Iran auch Saudi-Arabien, Irak, Kuwait, Bahrain, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate. Viele dieser Länder gehören zu den wichtigsten Öl- und Gasproduzenten der Welt.

Die Straße von Hormus ist die einzige Möglichkeit für Schiffe, aus dem Persischen Golf zu gelangen.
Foto: Shutterstock / Rainer Lesniewski / SCRIPT

Diese Länder wollen ihre Rohstoffe überall auf der Welt verkaufen. Der Transport geht am besten über den Wasserweg auf großen Schiffen. Diese starten im Persischen Golf und fahren dann hinaus Richtung offenes Meer, von wo aus sie überall hingelangen. Die bekannte Straße von Hormus ist der einzige Weg, wie Schiffe aus dem Persischen Golf hinaus aufs Meer gelangen können.

Gut zu wissen: Es gibt neben der Straße von Hormus eine Insel Hormus. Sie befindet sich acht Kilometer vor der iranischen Küste. Da es dort viele Mineralien in den unterschiedlichsten Farben gibt, wird sie auch noch Regenbogeninsel genannt.

Schiffsstau im Persischen Golf

Im Moment können keine Schiffe durch die Straße von Hormus fahren. Die Lage im Iran macht die Fahrt durch die enge Wasserstraße zu gefährlich. Deshalb müssen viele Schiffe warten. Die ganze Welt schaut gespannt darauf, wann diese wichtige Route wieder sicher befahrbar sein wird.

Viele Frachter können nicht weiterfahren und ihre Ware nicht liefern.
Foto: Shutterstock / Clare Louise Jackson

Iran hat mit Angriffen auf Schiffe gedroht, die durch die Straße von Hormus fahren wollen. Deshalb trauen sich viele Frachtschiffe im Moment nicht weiterzufahren. Für die Welt ist das ein Problem: Auf den Schiffen werden wichtige Rohstoffe transportiert, zum Beispiel Erdöl. Etwa ein Fünftel des flüssigen Öls und ein Viertel des Flüssiggases werden über diese Schiffspassage auf der ganzen Welt verteilt. Wenn die Schiffe nicht weiterfahren können, gelangt das Öl nicht in andere Länder. Dadurch werden Energie und Treibstoff knapper und teurer.

Teures Tanken

Die Folgen der gesperrten Straße von Hormus spüren auch in Luxemburg viele Menschen bereits im Alltag, zum Beispiel an der Tankstelle. Seit Beginn der Angriffe sind die Preise für Diesel und Benzin gestiegen.

Durch den Krieg steigen die Spritpreise.
Foto: Shutterstock/ Vytautas Kielaitis

Wenn die Preise für Energie länger hoch bleiben, kann das auch viele andere Produkte verteuern. Besonders betroffen sind Dinge, für deren Herstellung viel Energie gebraucht wird.

Ein gutes Beispiel ist das Backen: Damit man Brot oder Brötchen herstellen kann, müssen große Öfen stark aufgeheizt werden. Das kostet viel Energie. Wenn Energie teurer wird, steigen auch die Kosten für Bäckereien. Am Ende kann das dazu führen, dass selbst die Brötchen beim Bäcker mehr kosten.

Nicht die erste Ölkrise

Es ist nicht das erste Mal, dass die Preise für Öl plötzlich stark ansteigen. Ein berühmtes Beispiel ist der Jom-Kippur-Krieg im Jahr 1973: Syrien und Ägypten griffen Israel an. Doch die Folgen dieses Krieges spürte nicht nur die Region; sie reichten bis in viele andere Teile der Welt.

Mehrere arabische Länder beschlossen damals, kein Erdöl mehr in westliche Staaten zu liefern. Diese Entscheidung führte dazu, dass der Ölpreis plötzlich stark in die Höhe schoss. Benzin wurde so teuer, dass in Deutschland eine ungewöhnliche Maßnahme eingeführt wurde: autofreie Sonntage.

An diesen Tagen mussten Autos stehen bleiben. Die Straßen gehörten plötzlich den Menschen. Viele nutzten die Gelegenheit für Ausflüge – manche fuhren sogar mit dem Fahrrad über die Autobahn. Andere ritten mit dem Pferd durch die Innenstadt. Für einen ganzen Monat herrschte eine ganz besondere Stimmung auf den Straßen.

So angespannt wie 1973 ist die Situation aktuell noch nicht. Noch gibt es genug Sprit – wenn auch zu höheren Preisen.

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