Leidenschaft auf den Rängen
12. November 2025Am Freitag ist es so weit: Die luxemburgische Fußballnationalmannschaft der Männer spielt gegen die deutsche Nationalmannschaft. Dabei dürfen sie nicht fehlen: die Fans! Denn was wäre Fußball ohne sie? Sie unterstützen die Spieler und Spielerinnen und sorgen für gute Stimmung im Stadion. De Piwitsch hat mit einem Fan der luxemburgischen Nationalmannschaft gesprochen.

Fanklubs im Sport
Fanklubs haben im Sport eine lange Tradition. In Europa entstanden sie nach dem Zweiten Weltkrieg, also Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Mitglieder wollten ihre Lieblingsmannschaften unterstützen. Sie wollten aber auch ihre Freude am Sport teilen. Fanklubs sorgen in den Stadien für gute Stimmung. Die Fans singen und jubeln. Im Stadion wird es durch ihren Einsatz bunt und laut – das motiviert die Spieler und Spielerinnen, ihr Bestes zu geben.

In einem Fanklub treffen sich Menschen, die die gleiche Mannschaft anfeuern. Sie bilden eine Gemeinschaft, in der auch Freundschaften entstehen. Es geht aber nicht nur um den eigenen Spaß. Den meisten Fanklubs ist auch Fairness wichtig. Sie setzen sich dafür ein, dass die Spiele fair und respektvoll verlaufen. Zu diesem Zweck organisieren sie Aktionen oder fertigen Banner an. Auch wenn im Sport mal etwas nicht so läuft wie es soll, vertreten Fanklubs eine Meinung. Sie haben eine wichtige Stimme und setzen diese manchmal ein, wenn es eine wichtige Diskussion im Verein gibt. Du siehst: Ohne Fanklubs wäre der Sport viel stiller und weniger spannend!
Gefährliche Fans
Wie in allen Sportarten soll es im Fußball eigentlich um Spaß, Teamgeist und Fairness gehen. Leider gibt es manchmal Fans, die das anders sehen. Sie beleidigen andere Menschen, weil die eine andere Hautfarbe, Religion oder Meinung haben – oder weil sie als Fans der anderen Mannschaft angereist sind. Manche sind sogar gewaltbereit. Sie randalieren zum Beispiel, wenn ihre Mannschaft nicht gewinnt. Mit Fairplay hat das natürlich nichts zu tun.

Foto: Ben Majerus
Zum Glück sind die meisten Fußballfans friedlich. Sie freuen sich gemeinsam über Tore und spannende Spiele. Sie unterstützen ihre Mannschaft laut und mit großer Begeisterung. Sie zeigen, dass Sport Menschen verbinden kann, obwohl die andere Mannschaft der „Gegner“ ist.
Am Freitag (14. November) spielt die Luxemburger Nationalmannschaft der Männer gegen die Nationalmannschaft aus Deutschland. Das Spiel findet in Luxemburg im „Stade de Luxembourg“ statt. Es ist ein Qualifikationsspiel für die Weltmeisterschaft 2026 in Kanada, Mexiko und den USA. Im ersten Spiel am 10. Oktober in Deutschland verlor die luxemburgische Mannschaft mit 4 – 0. Vor dem Spiel im Oktober standen sich beide Mannschaften zuletzt 2006 auf dem Fußballfeld gegenüber. Damals war der heutige Trainer der Nationalmannschaft, Jeff Strasser, noch selbst Spieler.

Foto: Shutterstock / uslatar


Nicht nur die Nationalmannschaften der Länder haben Fanklubs. Auch Vereine haben Fanklubs.
Interview

Raymond François ist Gesundheitspfleger. Im Beruf kümmert er sich also um kranke Menschen. In seiner Freizeit gilt seine große Leidenschaft dem Fußball. Er ist Trainer in einem Verein und unterstützt auch gern andere Mannschaften, zum Beispiel die Fußball-Nationalmannschaften. Er ist der Präsident eines Fanklubs der Nationalmannschaft der Herren.
Warum sind Fanklubs wichtig?
Raymond François: Sport tut unserem Körper gut und hilft, gesund zu bleiben. Aber Sport ist auch wichtig für uns alle zusammen. Im Sport lernen wir, fair zu sein, miteinander zu spielen und uns gegenseitig zu helfen. In den Nationalmannschaften sind alle gleich. Das gilt sowohl für die Frauen als auch für die Männer. Die Spielerinnen und Spieler stehen auf dem Rasen für ein Land. Es ist völlig egal, wo ihre Familien herkommen oder ob sie arm oder reich sind. Die Mannschaften sind ein Spiegel unserer Gesellschaft. In Luxemburg leben sehr viele Kulturen zusammen und auf dem Spielfeld treten sie alle als ein Team auf.

Diesen Gedanken vertreten wir auch als Fanklub. Wir hoffen, dass wir mit unserer Unterstützung der Nationalmannschaft dabei helfen, sportlich die beste Leistung zu geben. Auch wenn es mal nicht so gut läuft, stehen wir hinter der Mannschaft. Als Gruppe die Spiele zu besuchen macht mehr Spaß, als wenn man allein hingehen würde. Auch deshalb engagiere ich mich in einem Fanklub.
Reist der Fanklub mit der Nationalmannschaft zu Auswärtsspielen?
RF: Ja, wir begleiten die Mannschaft auch ins Ausland.In den zehn Jahren, seit unser Verein gegründet wurde, sind wir schon an vielen Orten gewesen, zum Beispiel: in Bosnien,auf den Färöerinseln, in Island,in der Republik Moldau, in der Slowakei und in Belarus.
Es gibt im Fußball auch weniger friedliche Fans. Wie ist das in Luxemburg?

Foto: Ben Majerus
Ja, auch in Luxemburg gibt es leider aggressive Fans. Das sind aber sehr wenige. Ich besuche seit 35 Jahren Spiele der Nationalmannschaft. Außergewöhnliche oder gefährliche Situationen mit Fans kamen bisher selten vor. Das gilt auch für die Spiele im Ausland, wo meistens alles sehr friedlich ablief. Unser Fanklub möchte ein positives Bild nach außen strahlen, deswegen kommt Randale für uns nicht in Frage. Wir sehen uns als Botschafter unseres Landes und wollen kein schlechtes Licht auf unser Team oder unser Land werfen.
Warum ist das Spiel gegen Deutschland so besonders?
Es gibt einfach viele Verbindungen zu Deutschland. Es ist nicht nur unser Nachbarland. Manche Mitglieder unseres Fanklubs haben Freunde oder Freundinnen oder Familienmitglieder aus Deutschland. Aber auch die deutsche Bundesliga ist sehr interessant. Manche sind auch dort in einem Fanklub aktiv.
Die Bundesliga ist die höchste Fußballliga in Deutschland. Die besten Mannschaften treten gegeneinander an, um Deutscher Meister zu werden.
Das erste Spiel der Nationalmannschaft besuchte Raymond François 1990. Es war ein Spiel gegen Deutschland. Mittlerweile war er bei über 150 Spielen der Nationalmannschaft dabei.
