Léinis Alltag mit Zöliakie
5. Januar 2026Als Léini sechs Jahre alt ist, bemerken ihre Eltern, dass es ihr nicht gut geht. Sie klagt häufig über Bauchschmerzen, hat wenig Appetit und wächst kaum noch. Der Arzt hat einen Verdacht und untersucht sie gründlich. Schließlich stellt er fest: Léini hat Zöliakie. Heute ist sie 16 Jahre alt und hat gelernt, mit der Krankheit zu leben.

De Piwitsch: Wie war das für dich, als du plötzlich auf so viele Dinge verzichten musstest?
Léini Greischer: Am Anfang habe ich das nicht gleich verstanden. Ich war sehr enttäuscht und traurig, als ich merkte: ich kann nicht mehr einfach so eine „Aachtchen“ essen. Dabei sind die so lecker! Ich habe mich aber schnell daran gewöhnt und so dramatisch ist es nicht.
Musstest du wegen der Krankheit im Alltag viel verändern?
LG: Es war schon eine Umstellung. Ich musste überall mein eigenes Essen mitnehmen und immer darauf achten, nichts von anderen Kindern zu essen. Of t musste ich ihnen erklären, dass ich eine Krankheit habe und deshalb nicht einfach alles essen darf. Am schwierigsten waren die Kindergeburtstage. Aber meine Freunde haben schon früh versucht, mich nicht auszuschließen. Manchmal haben sie sogar einen Kuchen extra für mich besorgt.
Heute vermisst Léini am meisten ganz normales Brot . „Glutenfreies Brot ist leider total matschig“, bedauert sie.
Kannst du einfach so in einem Restaurant essen?
LG: Das ist leider nicht so einfach. Ich muss mich immer vorher informieren, ob es dort glutenfreies Essen gibt. Selbst im Restaurant muss ich oft mehrfach nachfragen, bevor ich bestelle. Leider wissen noch nicht alle, was eine Glutenintoleranz bedeutet. Häufig denken Menschen, ich sei allergisch gegen Milch. Sie verwechseln Gluten mit Laktose. Das kann etwas nervig sein. Ich muss dann oft nochmal erklären, was Zöliakie ist. Einfach spontan mal Pommes essen zu gehen, ist für mich sehr schwer.
Ging denn auch schon einmal etwas schief?
LG: Einmal bekam im Restaurant mein Bruder Nudeln ohne Gluten – und ich leider die Nudeln mit Gluten. Danach hatte ich heftige Bauchschmerzen und musste mich übergeben. Solche Dinge können aber einfach mal passieren; ich bin deswegen niemandem böse.