Der gelbe Schatz im Kiischpelt
13. April 2026
Im Januar haben wir, die Klasse C3A aus dem „Schoulkauz“ in Wilwerwiltz, beschlossen, dass wir einen Artikel für den Piwitsch schreiben wollen. Wir wollten wissen, wie es ist, einmal ein Journalist oder eine Journalistin zu sein. Beim Thema waren wir uns schnell einig. Wir haben uns für die Lorblumen entschieden. Diese wilde Narzissenart interessiert uns, da sie sehr selten ist und bei uns im Kiischpelt doch sehr bekannt. Wir wollten mehr über diese Blume, die auf der Roten Liste steht, erfahren.
Jedes Jahr zwischen Anfang und Ende April um die Osterzeit kann man in Kiischpelt bei Lellingen ,,im Lohr“ ein seltenes Naturschauspiel bewundern. Die Wälder von Lellingen verwandeln sich in ein Meer aus wilden Narzissen und locken viele Besucher an. Es ist das größte Vorkommen der wilden Narzisse in Luxemburg. Diese Narzisse, auch Lorblume oder Osterblume genannt, profitiert von den ersten Sonnenstrahlen des Frühlings, um aufzublühen. Es ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt, warum sie sich gerade in diesem Naturschutzgebiet so stark vermehrt hat, aber der Standort bietet optimale Bedingungen. Die wilde Narzisse ist eine giftige, aber wunderschöne Blume, die wie eine Sonne aussieht. Sie ist eine mehrjährige, krautige Pflanze mit einer Zwiebel als Überdauerungsorgan. Je nach Art erreicht sie eine Wuchshöhe von 5 bis 30 Zentimetern.

Drei Fragen an den Förster Rick Hirt
Anfang Februar hat sich unsere Klasse zusammen mit dem Förster Rick Hirt auf den Wanderweg „Via Botanica“ begeben und viele kleine Schätze entdeckt.
C3A: Ist die Lorblume eigentlich giftig?
Rick Hirt: Ja‚ die Zwiebel der Pflanze ist giftig. Wenn man sie isst, kann einem schlecht werden. Auch der Saft der Pflanze ist giftig. Er kann zu Rötungen oder Hautallergien führen. Früher wurde die Pflanze auch als Brechmittel eingesetzt, also um zu bewirken, dass sich jemand übergibt.
C3A: Steht die Lorblume unter Naturschutz?
RH: Seit 1989 genießt die Pflanze einen besonderen gesetzlichen Artenschutz, der auch verschiedene Schutzmaßnahmen mit sich bringt. Vor 1989 kamen Leute scharenweise aus dem ganzen Land zu uns in den „Kiischpelt“. Sie pflückten die Blumen oder gruben sogar die Pflanze samt Knollen aus, um sie dann zu Hause in den Garten zu pflanzen oder sie sogar auf Märkten zu verkaufen.
C3A: Glauben sie, dass es jedes Jahr weniger Narzissen im Kiischpelt gibt?
RH: Ob es jedes Jahr weniger Narzissen gibt, weiß man nicht genau, da sie nicht jedes Jahr gezählt werden. Ich glaube, dass die Zahlen über die Jahre ziemlich konstant geblieben sind. Wir schauen regelmäßig mit unseren Arbeitern nach den Pflanzen. Wir kontrollieren auch, dass die Besucher die Narzissen nicht pflücken und dass die Regeln eingehalten werden. Wir versuchen ebenfalls, im Wald so zu arbeiten, dass für die Narzissen das bestmögliche Klima herrscht. Das heißt, Bereiche, die zuwachsen, wieder freizuschneiden, damit wir die Population erhalten oder im besten Fall vergrößern können. Wegen der schweren Samen ist die Ausbreitung schwierig, aber wir versuchen unser Bestes.
Die wilde Narzisse ist in Luxemburg eine seltene und geschützte Wildpflanze. Sie steht seit 1989 auf der Roten Liste. Es ist seither strengstens verboten, wilde Narzissen zu pflücken.
Damit den Pflanzen nichts passiert und man sie trotzdem anschauen kann, wurde ein Wanderweg angelegt. Die „Via Botanica“ führt durch die Gebiete der Narzissenblüte. Der Weg schlängelt sich durch Ginsterheiden, Eichen-Hainbuchenwälder, sonnige Felshänge und Wiesen.

Unsere Klasse ist einen Teil des Wanderwegs Anfang Februar gegangen und wir haben schon die ersten kleinen Narzissen gesehen. Der Wanderweg wurde vom Künstler Alan Johnston verschönert. Unterwegs sieht man Steine, in die Eichenblätter eingraviert sind, schöne Sitzgelegenheiten und noch etliche andere Kunstwerke. Der Start des Rundwegs ist im Dorf Lellingen. Der Weg ist 7,53 Kilometer lang und anspruchsvoll, aber man wird mit einer wunderschönen Aussicht belohnt.