Foto: Shutterstock / Stas Mara

Menschenrechte im Iran und die Rechte der Frauen

11. März 2026

Was sind Menschenrechte?

Menschenrechte sind Regeln, die für alle Menschen auf der ganzen Welt gelten sollen. 

  • Jeder Mensch soll seine Meinung sagen dürfen. 
  • Jeder Mensch soll fair behandelt werden. 
  • Jeder Mensch soll lernen, arbeiten und sein Leben möglichst frei gestalten können. 

In der Theorie klingt das gut, aber in der Wirklichkeit funktioniert es nicht überall. Im Iran werden Menschenrechte immer wieder verletzt.

Der erste Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte: Alle Menschen werden frei und gleich an Würde und Rechten geboren.

Der Iran nach dem 2. Weltkrieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) wurde der Iran noch von einem König regiert. Dieser König wurde Schah genannt. In dieser Zeit wollte der Iran moderner werden. In vielen Städten entstanden neue Schulen und Universitäten. Viele Frauen gingen zur Schule und später auch an die Universität. Trotzdem hatten Frauen nicht in allen Bereichen die gleichen Rechte wie Männer.

Studierende treffen sich in den 1970er Jahren vor der Uni. Foto: PetaPixel.com

Im Jahr 1963 bekamen Frauen im Iran das Recht zu wählen. Im Vergleich zu den meisten Ländern in Europa ist das spät. In Luxemburg bekamen die Frauen bereits 1919 das Wahlrecht, in Frankreich erst 1944. In Belgien war es 1948. Allerdings war der Iran in dieser Hinsicht moderner als Liechtenstein oder die Schweiz: Dort durften Frauen erst 1984 und 1971 politisch mitentscheiden.

In den 1960er und 1970er Jahren änderten sich im Iran auch Regeln für Ehe und Familie. Der Staat führte Gesetze ein, die Frauen besser schützen sollten. Es ging zum Beispiel darum, dass eine Scheidung nicht mehr nur eine schnelle Entscheidung des Mannes sein sollte. Ehen durften nicht mehr so früh geschlossen werden, wenn die Frauen eigentlich noch Mädchen waren. Nicht alle Menschen im Iran fanden diese Veränderungen gut. Einige fanden sie falsch – aus religiösen Gründen.

Die Revolution von 1979 und die neue Richtung

Im Jahr 1979 gab es im Iran eine Revolution. Danach wurde der Iran zu einer Islamischen Republik. Die neuen Machthaber sagten, dass die Religion viel stärker bestimmen solle, wie die Iranerinnen und Iraner leben. Das veränderte viele Gesetze – und hatte wichtige Folgen für die Rechte von Frauen.

Einige Gesetze, die Frauen zuvor geschützt hatten, wurden abgeschafft oder stark verändert. Viele Frauen merkten das schnell im Alltag. 

Nach der Revolution 1978 war im Iran alles anders. Foto: Screenshot INA

Der Staat bestimmt die Kleidung

Seit 1983 steht im Iran die Pflicht für den Hijab im Strafrecht. Ein Hijab ist ein Kopftuch. Dass das Tragen ein Gesetz ist, bedeutet, dass eine Frau eine Strafe bekommen kann, wenn sie in der Öffentlichkeit keinen Hijab trägt. Diese Regel gilt nicht nur für Musliminnen, sondern für alle Frauen im Iran, egal welche Religion sie haben. Auch Touristinnen müssen im Iran einen Hijab tragen. 

Seit 1983 ist das Tragen des Hijabs im Iran Pflicht. Foto: Shutterstock / saeediex

Das Kopftuch war nicht immer Pflicht. Vor 1979 trugen manche Frauen ein Kopftuch und andere nicht. Das hing von der Familie ab, von der Region und von der eigenen Entscheidung. Nach der Revolution änderte sich das. Der Staat führte Regeln ein, die festlegten, wie Frauen sich in der Öffentlichkeit kleiden mussten.

Sittenpolizei und Kontrolle

Im Iran gibt es eine sogenannte „Sittenpolizei“. Diese Einheiten sollen Regeln über Kleidung und Benehmen durchsetzen. Sie können Menschen ansprechen und kontrollieren. Sie können Menschen festhalten und zur Polizei bringen. Viele Berichte sagen, dass Frauen besonders oft betroffen sind. 

Mehr als nur ein Kleidungsstück

Manche Menschen sagen, ein Kopftuch sei nur ein Kleidungsstück. Viele Iranerinnen und Iraner sagen aber, dass es um etwas Größeres geht. Es geht darum, wer über den Körper eines Menschen bestimmen darf. Es geht darum, ob der Staat in private Entscheidungen eingreifen darf und ob Menschen frei sagen dürfen, was sie denken. Es geht auch darum, ob Regeln für Frauen und Männer gleich sind oder ob Frauen mehr Pflichten erfüllen müssen und mehr Strafen riskieren.

Frau sein im Iran

Regeln über Kleidung beeinflussen das tägliche Leben stark. Frauen und Mädchen können morgens auf dem Weg zur Arbeit oder zur Schule von der Sittenpolizei kontrolliert werden. Es kann reichen, dass das Kopftuch als „zu locker“ bewertet wird. Es kann auch sein, dass ein Mantel als „zu kurz“ oder „zu eng“ bewertet wird. Solche Bewertungen sind oft nicht genau messbar. Viele Frauen sagen, dass sie nie sicher wissen, ob es Ärger gibt.

Manche Frauen erzählen, dass sie sich ständig überlegen müssen, was sie anziehen. Sie wollen keine Strafe riskieren. Sie wollen auch keine Diskussion auf der Straße. Sie fühlen sich weniger frei, dabei wollen sie eigentlich nur in Ruhe ihren Alltag leben.

Ein Beispiel, das viele Menschen bewegt hat

Foto: Shutterstock / Alexandros Michailidis
Foto: Shutterstock / Watto Photos

Im Jahr 2022 starb die junge Frau Jina Mahsa Amini nach einer gewaltsamen Festnahme durch wiederholte Schläge der Sittenpolizisten. Der offizielle Grund war ihr Kopftuch, das sie angeblich nicht richtig trug. Viele Menschen im Iran waren schockiert und gingen auf die Straße. Sie forderten mehr Freiheit und mehr Rechte. Es ging dabei auch um die Rolle der Sittenpolizei und um die Pflicht zum Hijab. Der Staat reagierte streng. Es gab viele Festnahmen. Es gab Verletzte und es wurden sogar Todesstrafen verhängt. Dieses Ereignis zeigte vielen Menschen, wie eng Kleidungsvorschriften, Kontrolle und Menschenrechte miteinander verbunden sein können.

Rechte, die besonders oft diskutiert werden

Wenn Menschen über Frauenrechte im Iran sprechen, geht es nicht nur um den Hijab. Es geht zum Beispiel auch um Regeln für die Ehe und die Familie. Im Iran können Mädchen bereits im Alter von 13 Jahren für die Ehe freigegeben werden, ohne ihr Einverständnis.

Im Iran muss man sich gut überlegen, ob man seine Meinung öffentlich sagt. Wenn Menschen gegen Regeln protestieren, kann der Staat hart reagieren. 

  • Es kann Festnahmen geben. 
  • Es kann Gerichtsverfahren geben. 
  • Es kann Strafen geben. 

Nicht zu vergessen: Im Iran kann man vom Staat körperlich bestraft werden. In Luxemburg ist das nicht erlaubt. 

Du kannst dir vorstellen, dass eine solche Situation Angst erzeugt. Angst macht es schwer, offen zu sprechen.

🗂️
Dossier

Mehr zum Iran-Konflikt

Dieser Artikel ist Teil unseres Iran-Dossiers mit allen Hintergründen, Videos und Erklärungen.

Zum Dossier