Reingelegt! Wo kommt der Aprilscherz her?

25. März 2026

Es ist der absolute Lieblingstag aller Scherzkekse: der erste April. An diesem Tag wird gelacht, geschmunzelt – und natürlich der ein oder andere Streich gespielt. Schon seit vielen Jahren führen Menschen ihre Freundinnen und Freunde, ihre Familie oder sogar Lehrerinnen und Lehrer an der Nase herum. Warum eigentlich? Woher kommt der lustige Brauch?

Schon vor etwa 400 Jahren wurde in Bayern zum ersten Mal der Ausdruck „jemanden in den April schicken“ aufgeschrieben. Das zeigt: Die Menschen hatten schon damals großen Spaß daran, sich gegenseitig hereinzulegen.                                        

Vielleicht ist der Brauch aber sogar noch älter! Manche glauben, dass er schon aus der Zeit des alten Roms stammt. Die Römerinnen und Römer feierten jedes Jahr am ersten April ein großes Fest zu Ehren der Göttin Venus. An diesem Tag durfte viel gelacht werden. Auch freche, manchmal ziemlich raue Streiche waren erlaubt.

Vielleicht geht unser Brauch auch auf das römische Fest der Narren, die „Quirinalia“ zurück. Im Februar wurde das Fest zum Frühlingsanfang gefeiert. Dann wurde der Kalender geändert und erhielt seine heutige Form. Dadurch rutschte das Narrenfest in den April.

Witzbolde vor mehr als 450 Jahren

Eine andere Theorie führt ins 16. Jahrhundert. Der Augsburger Reichstag sollte am ersten April etwas ganz Wichtiges entscheiden: Es ging um Geld. Damals wurde viel mit dem Wert der Münzen getrickst. Der Reichstag wollte den Münzwert ab dem 1. April neu regeln. Viele Menschen verließen sich darauf, dass das passieren würde. Doch dann kam alles anders: Der Termin wurde plötzlich abgesagt! Einige Leute, die fest damit gerechnet hatten, verloren ihr Geld, und wurden von anderen ausgelacht und verspottet. Das weiß heute natürlich kaum noch jemand, und vielleicht ist es auch gar nicht der Ursprung des Aprilscherzes.

Gut zu wissen!

Nicht für alle Menschen ist Neujahr am ersten Januar. In vielen Kulturen wird der Jahresbeginn an einem anderen Tag gefeiert. In Afghanistan und im Iran feiern die Menschen das Nouruz-Fest am 21. März. In China orientieren sich die Menschen am Mond: Dort beginnt das neue Jahr zwischen dem 21. Januar und dem 20. Februar.

Das Laternenfest in China schließt das mehrtägige Neujahrsfest ab.
Foto: Shutterstock / ChungPhotoMan

Am ehesten stimmt wohl eine andere Theorie. Sie führt nach Frankreich, ins Jahr 1564. Der König Charles IX. („der Neunte“) wollte den Kalender ändern. Zu dieser Zeit begann das neue Jahr noch am 1. April. Charles IX. wollte das Jahr aber am 1. Januar beginnen lassen.

Der König entschied also kurzerhand: Ab jetzt startet das neue Jahr am ersten Januar! Damals gab es allerdings noch kein Internet, kein Fernsehen und keine schnellen Nachrichten. Deshalb dauerte es lange, bis alle Menschen erfuhren, dass der König das neue Jahr auf einen anderen Tag gelegt hatte. Kein Wunder, dass es am Anfang ein ziemliches Durcheinander gab.

Witzbolde nutzten das Durcheinander aus und verschickten weiterhin Einladungen zu Neujahrsfeiern am 1. April. Wenn dann jemand wirklich dachte, es sei Neujahr, wurde gelacht und gescherzt. Daher kommt auch wahrscheinlich eine bekannte Redewendung: Die Witzbolde schickten die ahnungslosen Menschen nämlich „in den April“.

Kleine Fische, große Witzbolde

Es gibt viele Möglichkeiten, jemanden „in den April zu schicken“. In Frankreich und Italien wird es am 1. April richtig „fischig“: Dort basteln Kinder und Erwachsene kleine Papierfische und kleben sie anderen heimlich auf den Rücken. Manchmal schreiben die Spaßvögel noch einen lustigen Spruch auf den Fisch. Dann läuft das Opfer nichtsahnend den ganzen Tag mit dem „April-Fisch“ herum – bis es den Scherz endlich bemerkt!

In Frankreich und Italien wird es am 1. April „fischig“.
Foto: Shutterstock / vetre

In den USA heißt der 1. April „April Fools’ Day“. Das bedeutet so viel wie „Tag der Aprilnarren“. In der Stadt San Diego in Kalifornien gibt es sogar ein ganz besonderes Museum, das sich nur mit Streichen beschäftigt: das „Museum of Hoaxes“. Dort können Besucherinnen und Besucher entdecken, wie Menschen sich früher gegenseitig hereinlegten und welche lustigen Tricks es im Laufe der Geschichte gab. Vielleicht finden sie dort Inspiration, wie sie selbst andere necken können!

Ein besonders berühmter Aprilscherz kommt aus England: Im Jahr 1957 zeigte der Fernsehsender BBC eine Reportage über Spaghetti-Bäume im Schweizer Kanton Tessin. Darin sah man Menschen, die lange Nudeln von den Ästen pflückten – als würden Spaghetti wie Früchte wachsen! Viele Leute glaubten das tatsächlich. Die verrückten Bilder aus der Schweiz gingen damals um die ganze Welt.

April, April!

Vielleicht hast du jetzt Lust bekommen, selbst jemanden in den April zu schicken. Dafür brauchst du gar nicht viel; ein bisschen Fantasie reicht schon!

Du könntest zum Beispiel die Schnürsenkel von deinen Eltern oder deinen Geschwistern heimlich zusammenknoten. Am Morgen gibt das bestimmt ein lustiges Durcheinander, wenn alle ihre Schuhe anziehen wollen.

Ein etwas fieserer (aber auch ziemlich witziger) Streich ist die „salzige Zahnbürste“: Streu einfach ein wenig Salz auf die Zahnbürste, bevor die Zahnpasta draufkommt. Beim nächsten Zähneputzen wartet dann eine überraschend salzige Erfahrung!

Oder du klebst die Unterseite einer Computermaus mit einem kleinen Post-it ab. Dann funktioniert sie plötzlich nicht mehr – und alle rätseln, woran es liegt.

Aber denk dran: Streiche sollen lustig sein und niemanden wirklich ärgern oder verletzen!