Das Leben eines Bürgermeisters: Vom Waldabenteuer bis zur neuen Schule

23. Februar 2026

Jérôme Seiler
35 Jahre
Bürgermeister der Gemeinde Heffingen
Beruf: Feuerwehrmann am Flughafen
Hobbys:Schiedsrichter im Basketball, Waldarbeit

De Piwitsch: Guten Tag, Herr Seiler. Sie sind Bürgermeister der Gemeinde Heffingen. Welche Dörfer gehören zu Ihrer Gemeinde und wofür ist Ihre Gemeinde bekannt? 

JS: Zu unserer Gemeinde gehören die beiden Dörfer Heffingen und Reuland. Wir haben etwa 1.600 Einwohner. Früher waren wir für Basketball bekannt. Außerdem gibt es bei uns einen Schweinemastbetrieb. Bekannt sind wir auch für den „Loschbur-Mann“, das älteste menschliche Skelett aus Luxemburg, das im Müllerthal gefunden wurde. 

Im Rathaus befindet sich das Büro des Bürgermeisters.

De Piwitsch:Warum wollten Sie Bürgermeister werden?


JS: Unsere Gemeinde war früher oft zerstritten. Ich wollte Ruhe in die Situation bringen und den Zusammenhalt stärken. Ich war schon immer in Vereinen aktiv. Das Dorfleben ist mir wichtig. 

De Piwitsch: Wie wird man Bürgermeister? 

JS: Die Wahlen finden alle sechs Jahre statt. Man muss sich anmelden, und dann natürlich gewählt werden. Üblicherweise wählt danach der Gemeinderat aus den Kandidaten und Kandidatinnen mit den meisten Stimmen den Bürgermeister oder die Bürgermeisterin aus. 

De Piwitsch: Ist Bürgermeister Ihr Hauptberuf?

JS: Nein, ich bin nur teilweise Bürgermeister. Die andere Hälfte arbeite ich als Feuerwehrmann. Ich bekomme 18 Stunden „Urlaub“ vom Feuerwehrdienst, um mich um meine Aufgaben in der Gemeinde zu kümmern.  

De Piwitsch: Was macht Ihnen als Bürgermeister am meisten Spaß? 

JS: Neue Projekte! Ich setze gern Ideen um und sehe, wie sie Wirklichkeit werden. Dabei treffe ich viele Menschen, die ich sonst nie kennengelernt hätte. 

De Piwitsch: Hören Sie auch auf die Wünsche der Kinder?

Hier entsteht eine neue Schule.  

JS: Natürlich! Für die Kinder bauen wir gerade eine neue Schule. In Reuland entsteht ein neuer Spielplatz, der nach den Ideen und Vorgaben der Kinder geplant wurde. In der Maison Relais haben mir die Kinder ihre Idee für den Spielplatz vorgestellt. Wir haben die Bilder übernommen und die Geräte bestellt.

De Piwitsch: Gibt es sonst noch Projekte in der Gemeinde, die Ihnen besonders am Herzen liegen? 

JS: „A Schulesch“ ist ein solches Projekt. Es handelt sich dabei um ein Haus, das die Gemeinde gekauft hat, um die Bedürfnisse der Einwohner zu berücksichtigen. Früher war dort eine Metzgerei. Die Theke, die noch im Gebäude war, hat uns dazu inspiriert, dort einen kleinen Laden einzurichten. Im restlichen Gebäude haben wir vier Sozialwohnungen geplant. Dort können Menschen wohnen, die nicht so viel Geld haben. Außerdem haben wir eine Notwohnung vorgesehen, für den Fall, dass jemand wegen einem Brand oder einem Wasserschaden nicht zu Hause wohnen kann. Wer von einem solchen Unglück betroffen ist, kann dann kurzfristig unterkommen. 

A Schulesch: Der neue Tante-Emma-Laden in Heffingen

De Piwitsch: Gibt es Dinge, die Ihnen weniger gefallen? 

JS: Bei Beerdigungen eine Rede zu halten ist nicht leicht. Früher war das Aufgabe der Kirche, heute muss der Bürgermeister das oft übernehmen. 

De Piwitsch: Welche Entscheidungen treffen Sie allein? 

JS: Ich entscheide über Baugenehmigungen. Aber beim Budget, das heißt bei der Frage, wie viel Geld die Gemeinde für Projekte ausgeben darf, entscheidet der Gemeinderat. 

De Piwitsch: Hatten Sie schon mal ein lustiges Erlebnis? 

Zwei Freundinnen hatten sich im Wald verlaufen und riefen mich an. Ich sagte: „Wenn wir jetzt die Feuerwehr rufen, wird das eine große Sache. Erklärt mir lieber, wo ihr seid, und ich schaue mit dem Förster, dass wir euch finden.“ So haben wir es dann auch gemacht. Wir haben die beiden Frauen gefunden und sie nach Hause begleitet. Am nächsten Tag brachten sie uns Waffeln als Dankeschön vorbei! Das ist eine lustige Geschichte, die ich gern erzähle.