Weihnachtsbäume: Vom Wald ins Wohnzimmer

10. Dezember 2025

In der Adventszeit werden viele Häuser festlich geschmückt. Ein Weihnachtsbaum darf dabei nicht fehlen. Aber wo kommen all diese Bäume her? Kann man einfach in den Wald gehen und selbst einen Baum fällen? Und sind Plastikbäume eine gute Alternative? 

Wo wachsen Weihnachtsbäume? 

Auf dieser Plantage im Norden Luxemburgs wachsen Nordmanntannen. 
Foto: SCRIPT

Für Weihnachten werden verschiedene Bäume geschmückt: Fichten (wie Blau- oder Rotfichte), Tannen (wie Blautannen oder Nordmanntannen), Kiefern und andere Arten. Sie wachsen entweder in der Natur, im Wald oder vielleicht sogar in deinem Garten. Es gibt aber auch speziell angelegte Felder, auf denen viele Bäume dicht nebeneinander gepflanzt wurden. Diese Felder nennt man Plantagen. Bäume wachsen zwischen acht und fünfzehn Jahren, bis sie geschlagen werden. Dann haben sie eine gute Größe für normale Wohnzimmer. Größere Bäume brauchen länger. 

Weihnachtsbäume von Plantagen

Wenn Haushalte, Weihnachtsmärkte und Läden ihren eigenen Baum wollen, werden natürlich viele Bäume gebraucht. Die wachsen aber nicht alle im Wald. Es gibt Plantagen, auf denen speziell für Weihnachten Bäume angebaut werden. Ganz kleine Bäume kommen aus der Baumschule. Dort wachsen sie aus Samen etwa drei Jahre lang. Danach sind sie groß genug, um in die Plantage gepflanzt zu werden. Da jedes Jahr Bäume geschnitten werden, um sie zu verkaufen, müssen immer wieder neue angepflanzt werden. 

Wenn die Bäume gesetzt werden, sind sie noch sehr klein. 
Foto: SCRIPT

Kleine Bäume brauchen viel Pflege. Käfer oder andere Tiere, wie Mäuse und Raben, sind eine Gefahr für sie. Daher wird oft Pflanzendünger eingesetzt. Er bewirkt nicht nur, dass die Bäume schneller wachsen, sondern schützt auch vor hungrigen Nagern. Sind die Bäume schon größer, wachsen sie auch ohne Hilfe gut. 

Chemischer Dünger schadet aber der Umwelt. Es geht auch anders! Es gibt nämlich auch Bio-Weihnachtsbäume. Auf diesen Plantagen wird kein Dünger eingesetzt, sondern Tiere, zum Beispiel Schafe oder Hühner. Sie fressen die kleinen Insekten, die den Bäumen schaden. Ihr Kot düngt den Boden auf ganz natürliche Weise. Plantagen gibt es in vielen Ländern, auch in Luxemburg. Es ist also möglich, seinen Weihnachtsbaum lokal zu kaufen, statt aus dem Ausland.

Gefahren für die Bäume

Auf diesen hohen Tannen dürfen sich Raben gern ausruhen. Foto: SCRIPT

Mäuse knabbern gern an den Wurzeln der Bäume. Raben setzen sich gern auf Äste, am liebsten Äste in der Höhe. Sind die Tiere zu schwer, bricht die Spitze des Baumes. Dann wachsen mehrere Spitzen nach. Für den Baum ist das nicht schlimm, aber der perfekte Weihnachtsbaum hat eben nur eine Spitze. Auf einer Baumplantage im Norden des Landes hatten die Besitzer eine schlaue Idee: Sie haben einige Bäume sehr hoch wachsen lassen. So haben die  Raben ihren Hochsitz und die Weihnachtsbäume können ungestört wachsen. 

Wo kann man Weihnachtsbäume kaufen? 

Weihnachtsbäume kann man im Supermarkt, im Baumarkt oder auf Bauernhöfen und in Gärtnereien kaufen. Man kann auch direkt zu einer Plantage fahren und dort seinen Baum aussuchen. Manchmal darf man dort sogar beim Fällen helfen – das macht vielen Kindern besonders Spaß.

Weihnachtsbäume kann man zum Beispiel im Baumarkt kaufen. Foto: Shutterstock / kipgodi

In den Wald gehen und dort einen Baum einfach selbst abhacken geht aber nicht! Es ist sogar verboten! Der Wald und die Bäume gehören schließlich jemandem. Sich einfach einen Baum aus dem Wald zu holen, ist Diebstahl. 

Ein Baum aus Plastik? 

Bäume aus Plastik duften nicht.
Foto: Shutterstock / Wonderkimber

Manche Menschen entscheiden sich für einen künstlichen Baum aus Plastik. Solche Bäume sehen echten Bäumen manchmal verblüffend ähnlich. Eine praktische Alternative zum traditionellen Weihnachtsbaum? Vielleicht. Man sollte aber nicht vergessen, dass Plastikbäume in Fabriken hergestellt werden. Die sind aber ganz schön weit weg, zum Beispiel in China. Bevor man seinen Plastikbaum in Luxemburg aufstellen kann, muss er also um den halben Globus reisen. Plastik ist schädlich für die Umwelt, weil man es meistens nicht wiederverwerten kann. Plastikbäume duften nicht, außer manchmal unangenehm nach Plastik. Sie haben höchstens den Vorteil, dass sie nicht nadeln und man beim Schmücken Zeit spart, weil man sie jedes Jahr einfach aus dem Keller oder vom Dachboden holen kann. 

Warum werden an Weihnachten Weihnachtsbäume aufgestellt? 

Schon vor vielen Jahrhunderten schmückten Menschen ihr Zuhause Ende Dezember mit Zweigen von Bäumen. Sie feierten aber nicht Weihnachten, sondern die Wintersonnenwende. Das war ein Brauch bei manchen Völkern, zum Beispiel den Kelten, Germanen oder Römern. Diese Völker glaubten, das Tannengrün würde ihren Tieren Glück bringen. Die Christen übernahmen den Brauch. Statt nur mit Zweigen schmückten sie ihre Wohnungen mit ganzen Bäumen. Später kam der Brauch hinzu, Kerzen auf die Bäume zu stecken. Sie sollten Licht in die dunkle Jahreszeit bringen. Für die Christen bedeutet das Licht auf den Bäumen Hoffnung. Noch später kamen dekorative Kugeln hinzu. Zuerst nahm man übrigens zum Schmücken keine Kugeln, sondern Dekorationen aus der Natur, zum Beispiel getrocknete Früchte. Heute sind die Bäume ein Symbol für die Weihnachtszeit. 

Der größte Weihnachtsbaum der Welt 

Foto: Shutterstock / Tobias Arhelger

Der größte Weihnachtsbaum der Welt steht in der deutschen Stadt Dortmund, gar nicht so weit von Luxemburg entfernt. Er ist enorm! Es dauerte ganze vier Wochen, den riesigen Baum aufzustellen. Er besteht aus 1200 Rotfichten. 2600 Lichterketten bringen ihn zum Leuchten. Die Kabel messen insgesamt fast elf Kilometer. Wenn du diese Strecke laufen würdest, wärst du mindestens zweieinhalb Stunden unterwegs.  Auf der Spitze thront ein vier Meter hoher Engel. 

  • Höhe: 45 Meter
  • Gewicht: 40 Tonnen 
  • Lichter: 138.000 Stück