Drei Kinder verändern die Welt
19. November 2025Am 20. November ist der Weltkindertag. An dem Tag stehen Kinder auf der ganzen Welt im Mittelpunkt. Es geht darum, die Rechte von Kindern zu stärken, ihre Stimmen zu hören und zu zeigen, wie wichtig Kinder für die Zukunft sind.
Manche Kinder verändern mit ihren Ideen, ihrem Mut und ihrer Kreativität jetzt schon die Welt. Lies hier, was Sammie, Boyan und William mit ihrem Einsatz bewegt haben!
Sammie Vance (USA): die Erfinderin der Freundschaftsbank

Sammie war acht Jahre alt, als sie in ihrer Schule etwas Trauriges bemerkte: In der Pause blieben manche Kinder auf dem Schulhof allein. Sie hatten niemanden zum Spielen. Das machte Sammie nachdenklich. „So sollte sich niemand fühlen!“, dachte sie.
Dann hörte sie von einer Idee: einer „Buddy Bench“, einer Freundschaftsbank. Wer sich einsam fühlt, kann sich dort hinsetzen und andere Kinder wissen: „Oh, da braucht jemand einen Freund oder eine Freundin!“ Sammie war begeistert. Aber sie wollte noch mehr tun.
Sie hatte eine zweite Idee: Die Freundschaftsbank sollte aus recycelten, bunten Plastikdeckeln bestehen, die sonst im Müll landen würden. So konnte sie Freundschaft und Umweltschutz verbinden!
Sammie erzählte ihrer Schule von der Idee. Gemeinsam sammelten sie tausende Deckel. Sammie sprach mit Erwachsenen, die ihr helfen konnten. So fanden sie gemeinsam eine Firma, die aus den Deckeln eine Bank baute. Sammie erzählte sogar im Fernsehen von ihrer Idee. Bald stand die erste Bank auf dem Schulhof, und viele weitere folgten.
Die Idee verbreitete sich auf der ganzen Welt. Es gibt inzwischen Bänke in vielen anderen Ländern, in Seniorenheimen, in Parks, einfach überall. Auch in Luxemburg gibt es solche Bänke.

Doch Sammie engagiert sich noch weiter. Mit ihrem Projekt „Sending Smiles“ schickt sie jeden Tag eine Karte mit einer netten Botschaft per Post oder per E-Mail. Darin steckt immer ein lächelndes Smiley, das Mut machen und ein bisschen Freude bringen soll. Diese Karten schickt sie an Menschen, die sie kennt, aber auch an wildfremde Personen. Außerdem hat sie ein Buch veröffentlicht, in dem sie erzählt, wie das Projekt mit der Buddy Bench entstanden ist.
Der Weltkindertag
Den Weltkindertag gibt es seit 1954. Er wurde von den Vereinten Nationen eingeführt, um auf Kinderrechte aufmerksam zu machen.
Boyan Slat (Niederlande): der Meeresretter

Boyan war sechzehn Jahre alt, als er beim Tauchen im Meer etwas Schockierendes entdeckte: Zwischen den Fischen trieben unzählige Plastiktüten und Flaschen. Er fragte sich: „Warum holen wir das Plastik nicht einfach wieder aus dem Meer?“
Aus dieser Frage wurde eine große Idee. Boyan begann zu tüfteln. Er erfand ein System, das Meeresströmungen nutzt, um Plastikmüll einzusammeln. Das System soll verhindern, dass Tiere den Müll verschlucken und daran sterben.
Natürlich merkte Boyan schnell, dass er so ein Projekt nicht mit seinem Taschengeld bezahlen konnte. Er musste also Menschen finden, die ihn finanziell unterstützten.

2013 gründete Boyan seine Organisation „The Ocean Cleanup“. Zusammen mit Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen und Ingenieuren und Ingenieurinnen entwickelte er riesige schwimmende Anlagen, die Plastik aus den Ozeanen und Flüssen herausfischen. Das gesammelte Plastik wird anschließend recycelt und wiederverwendet, zum Beispiel für Sonnenbrillen oder andere nützliche Dinge.
Bis heute hat Boyans Team schon tausende Tonnen Müll aus dem Wasser geholt.
William Kamkwamba (Malawi): der Junge, der den Wind einfing

William wuchs in einem kleinen Dorf in Malawi auf, einem Land im Süden Afrikas. Seine Familie war arm. Als eine schlimme Dürre das Land traf, vertrockneten die Felder. Es gab kaum noch zu essen; viele Menschen hungerten.
In Malawi müssen die Eltern bezahlen, damit ihre Kinder zur Schule gehen können. Williams Eltern hatten nicht mehr genügend Geld, um das Schulgeld zu bezahlen. Er musste die Schule verlassen, mit nur vierzehn Jahren. William wollte aber weiter lernen und ging heimlich in die Bibliothek. Dort las er Bücher über Wissenschaft und Energie. Besonders interessierten ihn Windräder: Maschinen, die Windkraft in Strom umwandeln.

Mit alten Fahrradteilen, Holz und Schrott begann William, selbst ein Windrad zu bauen. Viele Menschen im Dorf glaubten nicht, dass das funktionieren würde. Aber William gab nicht auf. Und tatsächlich: Als das Windrad sich drehte, brachte es Licht in sein Haus und später sogar Strom für eine Wasserpumpe, mit der die Felder bewässert werden konnten.
Heute unterstützt William junge Menschen, die gute Ideen haben. Er hat ein Innovationszentrum in Malawi gegründet. Er ist auch an Projekten wie dem „Moving Windmill Project“ beteiligt, um Bauern in Malawi zu helfen, zum Beispiel bei der Entwicklung einer Pumpe, die mit Sonnenkraft betrieben wird.
Diese drei Menschen kommen aus verschiedenen Ländern. Aber sie haben etwas gemeinsam. Sie haben nicht gewartet, bis sie erwachsen waren, um etwas zu verändern. Sie haben einfach angefangen mit einer Idee, einem Wunsch oder einer Frage. Sammie, Boyan und William liefern den Beweis, dass man nie zu klein ist, um Großes zu bewirken!
