Wenn Pizza und Nudeln krank machen

5. Januar 2026

Pizza, Nudeln, Kuchen, Kekse – das schmeckt alles so lecker! Für manche Menschen können diese Lebensmittel jedoch gefährlich sein. Krank von einer Scheibe Toastbrot? Das gibt es wirklich. Die Krankheit heißt Zöliakie. Wer Zöliakie hat, darf kein Gluten essen. Das ist nicht leicht, denn Gluten steckt in vielen Lebensmitteln.

Was ist Gluten?

Gluten ist ein Eiweiß, das in vielen Getreidesorten vorkommt: Dinkel, Emmer, Einkorn, Gerste, Grünkern, Roggen und Weizen. Aus Getreide wird Mehl gemacht. Und mit Mehl kann man Brot, Nudeln, Kuchen und viele weitere Lebensmittel herstellen. Das Eiweiß, also das Gluten, sorgt dafür, dass die Zutaten beim Vermischen zusammenkleben. Es macht den Teig elastisch, so dass man daraus zum Beispiel verschiedene Formen von Nudeln herstellen kann. Ohne Gluten würde der Teig schnell zerbröckeln.

So ist dein Verdauungssystem aufgebaut.
Grafik: Shutterstock / Faheem Shamsi Designer

Was passiert im Körper?

Für die meisten Menschen ist Gluten völlig harmlos. Aber Menschen mit Zöliakie werden davon krank. Ihr Immunsystem – also das Abwehrsystem des Körpers – reagiert auf Gluten, als wäre es ein gefährlicher Eindringling. Es hält das Gluten für einen Feind und schlägt Alarm. Die Schleimhaut im Dünndarm reagiert und entzündet sich. Sie besteht aus den sogenannten Darmzotten. Die sehen so aus, als hätte der Dünndarm viele winzige Finger, ein bisschen wie bei einem groben Wollteppich. Mit den Darmzotten nimmt der Körper Nährstoffe wie Vitamine oder Mineralien aus den Lebensmitteln auf. Wenn sie entzündet sind, schrumpfen die Darmzotten. Der Körper nimmt dann weniger Nährstoffe auf. Der Körper wird schwächer und man fühlt sich müde und kraftlos.

So sehen gesunde Darmzotten unter dem Mikroskop aus.
Foto: Shutterstock / David A Litman

Gibt es Hilfe?

Ein Besuch beim Arzt oder der Ärztin hilft herauszufinden, ob man an Zöliakie leidet. Es wird ein Bluttest gemacht. Der Test zeigt, ob der Körper auf Gluten reagiert. Wichtig ist aber auch, den Darm genauer zu untersuchen. Es wird eine kleine Probe entnommen und unter dem Mikroskop analysiert. Im Labor erkennt man, ob die Darmschleimhaut entzündet ist. Zöliakie kann nicht geheilt werden. Doch man kann gut damit leben, wenn man weiß, dass man betroffen ist. Wichtig ist, dass man komplett auf Gluten verzichtet. Einfach mal zum Bäcker ein Croissant holen? Das ist dann nicht mehr möglich. Natürlich ist ein Leben mit Zöliakie nicht immer einfach. Die gute Nachricht lautet: Sobald kein Gluten mehr in den Darm gelangt, kann der sich ganz erholen. Ein normales, gesundes Leben ist dann möglich.

Was darf man mit Zöliakie essen?

Plötzlich kein Gluten mehr essen? Besonders am Anfang bedeutet das eine riesengroße Veränderung. Von heute auf morgen müssen betroffene Menschen ihre Ernährung ganz umstellen. Zum Glück gibt es mittlerweile viele Alternativen zu Gluten. Es gibt Kekse, Brötchen und Nudeln aus Buchweizen, Hirse, Mais oder Reis. In Supermärkten gibt es Regale, in denen nur Lebensmittel ohne Gluten stehen. Das macht den Einkauf sehr viel einfacher. Zum Teil sind Lebensmittel auch gekennzeichnet. Das Symbol mit einer durchgestrichenen Ähre gibt Entwarnung: Dieses Produkt ist ganz ohne Gluten.

Dieses Zeichen bedeutet: In diesem Lebensmittel ist kein Gluten.
Foto: Shutterstock / Michael Moloney

Bei manchen Lebensmitteln weiß man sofort: Sie enthalten Gluten. Aber manchmal steckt Gluten auch in Produkten, denen man es nicht sofort ansieht: Süßigkeiten, Eis, Wurst, Pommes oder sogar Medikamenten und Zahnpasta. Daher müssen betroffene Kinder zusammen mit ihren Eltern immer genau auf die Zutatenliste achten.

Grafik: Shutterstock / John Dory

Man kann auch von anderen Lebensmitteln krank werden. Das kann manchmal sogar richtig gefährlich werden. Deshalb gibt es in der Europäischen Union ein Gesetz, das besagt: Diese Zutaten müssen deutlich gekennzeichnet sein. Das gilt zumindest für die 14 häufigsten Auslöser von Lebensmittelintoleranzen und -allergien.

Hier könnt ihr ein Interview mit Léini lesen. Sie hat Zöliakie.