Wenn Vögel die Grippe haben

26. November 2025

Zur Zeit sind viele Vögel krank. Auch in Luxemburg wurden tote Wild- und Zugvögel gefunden. Bäuerinnen und Bauern machen sich Sorgen um ihre Hühner. Dabei fällt immer wieder ein Wort: Vogelgrippe.

Was ist die Vogelgrippe überhaupt?

Der Name sagt es schon: Die Vogelgrippe ist eine Krankheit, die vor allem Vögel bekommen. Sie wird von einem Virus ausgelöst. Es gibt viele Arten von Vogelgrippe. Im Moment verursacht eine Art besonders große Probleme. Sie heißt H5N1.

Manchmal kann dieses Virus von den Vögeln auf andere Lebewesen überspringen, zum Beispiel auf Füchse, Kühe oder sogar auf Menschen. Das passiert aber selten und vor allem dann, wenn jemand sehr engen Kontakt zu kranken Tieren hat oder viel Stallluft einatmet.

Gänse mit einem Schiod: "Vogelgrippe"
Auch Gänse können die Vogelgrippe bekommen. Foto: Shutterstock / MiSchu

Warum ist die Vogelgrippe so gefährlich?

Toter Hahn
Dieser Hahn hat die Grippe nicht überlebt. Foto: Shutterstock / noer cungkring

Für Vögel ist die Vogelgrippe sehr gefährlich. Die Tiere stecken sich schnell an und werden sehr krank. Viele sterben. In Betrieben mit Hühnern, Puten oder Enten kann ein einziger Ausbruch dazu führen, dass alle Tiere getötet werden müssen. Das wird gemacht, damit sich das Virus nicht weiter ausbreitet, auf andere Bauernhöfe in der Nachbarschaft. Besonders schwierig ist, die Tiere auf Höfen vor Wildvögeln zu schützen. Die wissen ja nicht, dass sie sich von Geflügelfarmen fernhalten sollen! Zugvögel, zum Beispiel Kraniche, können die Krankheit von weit her einschleppen.

Auch für Wild- und Zugvögel selbst ist die Vogelgrippe ein großes Problem. In mehreren Ländern in Europa sind in den letzten Jahren viele Kraniche, Möwen und andere Wasservögel an der Vogelgrippe gestorben. So werden bestimmte Vogelarten seltener. Die Natur braucht viele Jahre, um sich zu erholen.

Im Moment ist H5N1 vor allem eine Tierkrankheit. Für die meisten Menschen in Europa ist das Risiko gering. Fachleute beobachten das Virus aber sehr genau. Vogelgrippe-Viren können sich verändern und sich an andere Lebewesen anpassen. In der Vergangenheit gab es schon Vogelgrippen, die auch unter Menschen zu Grippewellen führten. Das gilt es zu vermeiden. Deshalb werden Ausbrüche bei Tieren und seltene Fälle beim Menschen weltweit genau untersucht.

Wie ist die Lage in Luxemburg?

Tote Hühner werden abtransportiert
Infizierte Hühner müssen getötet werden. Foto: Shutterstock / Pordee Aomboon

Im Oktober wurden bei Howald und Rümelingen zwei tote Kraniche gefunden. Am 22. Oktober meldete die luxemburgische Veterinär- und Lebensmittelverwaltung, dass die Tiere mit dem Vogelgrippe-Virus infiziert waren. Einige Tage später wurden weitere tote Wildvögel gefunden. Am 28. Oktober meldeten die Behörden und mehrere Zeitungen insgesamt neun infizierte Kraniche und einen infizierten Reiher.

Am 4. November gab es erneut eine Meldung der Regierung. Jetzt waren in Luxemburg 18 Fälle von Vogelgrippe bei Wildvögeln bekannt. Betroffen waren Kraniche und Reiher. In Betrieben mit Hühnern und anderem Hausgeflügel war bis zu diesem Zeitpunkt kein Ausbruch festgestellt worden. Die Regierung warnt, dass das Risiko für Geflügelbetriebe hoch ist. Das bedeutet: Es ist gut möglich, dass das Virus in einen Stall eingeschleppt wird, wenn man nicht sehr gut aufpasst. Alle Halterinnen und Halter müssen mithelfen.

Für dich ändert sich durch die Vogelgrippe nichts, wenn du zu Hause nicht mit Vögeln zu tun hast. Es gibt kein zusätzliches Risiko für Menschen, wenn sie normal durchgegartes Hühnerfleisch oder Eier essen.

Was wird in Luxemburg gegen die Verbreitung getan?

In Luxemburg gelten seit dem Ausbruch der Krankheit strenge Regeln für die Geflügelhaltung. Sowohl große Betriebe als auch Hobby-Halterinnen und Hobby-Halter müssen diese Regeln befolgen. Alle Hühner, Puten, Enten und andere Hausvögel müssen im Stall oder unter einem geschützten Dach bleiben. Sie dürfen keinen direkten Kontakt zu Wildvögeln haben. Auch Futter und Trinkwasser müssen so stehen, dass keine Wildvögel damit in Kontakt kommen. Öffnungen in Ställen werden mit Netzen oder Gittern gesichert.

Momentan dürfen Hühner ihre Ställe nicht verlassen. Foto: Shutterstock / Galdric PS

Außerdem sind in Luxemburg Ausstellungen, Märkte und Messen mit Geflügel oder anderen Vögeln verboten, solange die Gefahr so groß ist. So werden keine Vögel von verschiedenen Orten gemischt.

Vorsicht, wenn du draußen unterwegs bist: Wenn du einen kranken oder toten Wildvogel siehst, solltest du ihn nicht anfassen und den Fund bei der ALVA, bei der Naturverwaltung oder bei natur&ëmwelt melden. Fachleute kümmern sich dann darum.

Wie weit ist die Forschung mit Impfstoffen gegen die Vogelgrippe?

Impf-Fiole gegen das H5N1 Virus
Einen Impfstoff gegen H5N1 gibt es bereits – für Mensch und Tier. Foto: Shutterstock / StanislavSukhin

Du kennst vielleicht die normale Grippeimpfung für Menschen. Sie schützt vor den Grippearten, die in einem bestimmten Winter besonders häufig vorkommen. Gegen die Vogelgrippe H5N1 gibt es bereits besondere Impfstoffe für Menschen. Sie sind vor allem für Mitarbeitende auf Geflügelfarmen oder für Tierärztinnen und Tierärzte gedacht.

Für Tiere gibt es ebenfalls Impfstoffe gegen Vogelgrippe. In der Europäischen Union existieren zum Beispiel Impfstoffe für Hühner. In Frankreich werden seit 2023 Millionen Enten in großen Betrieben geimpft. Dort ist die Zahl der Ausbrüche seither deutlich gesunken. In Luxemburg setzt man im Moment vor allem auf strenge Hygieneregeln, auf die Stallpflicht für Geflügel und auf eine genaue Beobachtung der Wildvögel.

Andere Tierkrankheiten, die ähnlich gefährlich sind

Schafherde
Auch Schafe können schlimme Krankheiten bekommen. Photo: Shutterstock / robbinsbox

Die Maul- und Klauenseuche

Sie befällt vor allem Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine. Die Tiere bekommen Fieber und schmerzhafte Blasen im Maul und an den Klauen. Die Krankheit ist extrem ansteckend. Bei großen Ausbrüchen mussten in der Vergangenheit Hunderttausende Tiere getötet werden. Selten stecken sich Menschen an. Die Krankheit ist für sie unangenehm, aber nicht gefährlich.

Die Blauzungenkrankheit

Sie betrifft vor allem Schafe und Rinder. Die Krankheit wird durch winzige Mücken übertragen. In mehreren Ländern in Europa kam es zu Ausbrüchen. Luxemburg schützt seine Rinder und Schafe seit 2024 mit Impfungen gegen einen gefährlichen Typ dieser Krankheit, der BTV-3 heißt.

Die Afrikanische Schweinepest

Die Schweinepest ist sehr tödlich. Foto: Shutterstock / Nisansala99

Sie trifft Haus- und Wildschweine. Für Menschen ist sie ungefährlich, aber für Schweine fast immer tödlich. Es gibt bis heute keinen zugelassenen Impfstoff. Wenn sich diese Krankheit ausbreitet, müssen in einem Gebiet alle Schweine getötet werden, damit sich das Virus nicht weiter ausbreitet.